Neuigkeiten Waffengesetz


Waffenpassentzüge

Nach einem Urteil des Staatsrates (Nr. 3719/2013) dürfen Waffenpässe nicht erneuert bzw. müssen die Dokumente entzogen werden, wenn sich die Inhaber gewisser nicht fahrlässig begangener Straftaten schuldig gemacht und dafür eine Haftstrafe verhängt erhalten haben, und zwar auch dann, wenn die Straftat lange zurückliegt, ja sogar wenn sie erloschen ist bzw. der Betreffende in der Zwischenzeit rehabilitiert wurde. Bei jenen Straftaten, die im Art. 43 des Einheitstextes über die öffentliche Sicherheit als Ausschlussgrund für den Waffenpasserhalt genannt sind (Diebstahl, Raub, Wiederstand gegen die Staatsgewalt, unerlaubtes Waffentragen u.a.) greift nun diese rückwirkende Interpretation. In ganz Italien und auch bei uns führte und führt des zu Entzügen bzw. zu nicht gewährten Erneuerungen.

Der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger hat sich in dieser Sache zusammen mit seinem Trientner Kollegen Senator Franco Panizza eingebracht. Beide wollen erreichen, dass die strenge Interpretation etwas abgemildert wird. Plangger hat bereits mit dem Quästor von Bozen Kontakt aufgenommen.


Waffengesetz

Das Waffenrecht wird Zug um Zug restriktiver. Bereits mit dem Legislativdekret Nr. 121 vom November 2013 ist die Vorlage von ärztlichen Zeugnissen für alle Waffenbesitzer vorgeschrieben worden. Was bislang nur für Jäger galt - sie müssen alle 6 Jahre bei der Erneuerung des Jagdgewehrscheines die verlangten ärztlichen Zeugnisse vorlegen - gilt nun für alle Waffenbesitzer, also auch für Nichtjäger, die zu Hause Waffen aufbewahren.

Eine zweite Neuigkeit betrifft die Magazine. Magazine für Langwaffen dürfen nach einer neuen Neufassung des Einheitstextes über die öffentliche Sicherheit, nicht mehr als fünf Patronen fassen. Wer Magazine für Langwaffen besitzt, die mehr als fünf Patronen fassen, muss diese eigens anmelden bzw. der bestehenden Waffenmeldung entsprechend integrieren. Dasselbe gilt für Magazine von Kurzwaffen, die mehr als fünfzehn Patronen fassen. Für die Meldung der übergroßen Magazine ist ein letzter Termin vorgesehen: der <u>4. November 2015</u>. Werden bis dahin die entsprechenden Magazine nicht gemeldet, so fallen strafrechtliche Sanktionen an.

Geändert wurde auch eine Bestimmung über die für die Jagd zugelassenen Waffen. Zivile halbautomatische Schusswaffen, die wie vollautomatische Kriegswaffen aussehen, sind nicht mehr für die Jagdausübung zugelassen. Die genannten Waffen gehören zur Kat. B7. Wer solche Waffen im Rahmen seines zugelassenen Kontingents besitzt, darf sie weiterhin aufbewahren, aber nicht als Jagdwaffen verwenden. Bei einer Veräußerung oder bei einem Ankauf werden sie zu gewöhnlichen Waffen, von denen man nicht mehr als drei besitzen darf, dazugezählt. Das entsprechende Legislativdekret vom 18. Februar 2015, Nr. 7, wurde am 15. April 2015 im Parlament zu einem Gesetz umgewandelt und ist somit in Kraft.


Munitionsaufbewahrung

Eigentlich müssten es alle Jägerinnen und Jäger wissen. Munition mit Einzelgeschossen (Kugelmunition) ist meldepflichtig. Nur Schrotmunition braucht nicht gemeldet zu werden, sofern man bis zu 1.000 Stück aufbewahrt und eine Jagdwaffe angemeldet hat. Drei Zahlen muss man sich unbedingt merken: maximal 200 Stück Kurzwaffenmunition, maximal 1.500 Stück Langwaffenmunition darf man aufbewahren. Schrotmunition bis 1.000 Stück ist nicht meldepflichtig. Aber die Summe an aufbewahrter Schrot- und Kugelmunition darf 1.500 Stück nicht überschreiten. Wer auch Schießpulver aufbewahrt (maximal 5 Kilogramm) muss zusätzlich aufpassen. Das Pulver in den von der gleichen Person aufbewahrten Patronen muss mitgerechnet werden. Ein Beispiel für eine Maximalaufbewahrung: 200 Stück Kurzwaffenmunition, 1.000 Stück Langwaffenmunition und 3 Kilogramm Pulver.

Letzthin sind Kontrollen vorgenommen worden, und dabei soll es zu einigen Anzeigen gekommen sein.


(Quelle: Südt. Jägerzeitung Nr. 1 - Juli 2015)