Newsletter Südtiroler Jagdverband


04. NEWSLETTER vom 20. September 2017

Murmeltierjagd

Nachdem das Verfassungsgericht im Jahr 1990 das Murmeltier aus der Liste der jagdbaren Arten Südtirols gestrichen hatte, musste das Land auf Sonderabschussermächtigungen zurückgreifen, um den steigenden Murmeltierbesatz zu regulieren und um Schäden in den Rinderweiden und Mähwiesen vorzubeugen. Diese Entnahmedekrete waren stets nur von kurzer Dauer, zumal Jagdgegner innerhalb kürzester Zeit Rekurs einlegten und die Aussetzung erwirkten.

Heuer findet zum ersten Mal seit über 27 Jahren wieder eine Murmeltierjagd statt. Ermöglicht hat dies eine neue Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut. Im Dezember 2016 hat der römische Ministerrat die Weichen dafür gestellt, dass der Landeshauptmann unter bestimmten Voraussetzungen Änderungen an der Liste der jagdbaren Arten vornehmen kann. Konkret ist dies dann möglich, wenn eine Art in einem günstigen Erhaltungszustand bei uns vorkommt, das römische Umweltinstitut ISPRA ein positives Gutachten abgibt und das Einvernehmen mit dem Umweltministerium erzielt wird. Da in Bezug auf das Murmeltier diese drei Voraussetzungen erfüllt wurden, konnte Landeshauptmann Arno Kompatscher für das Jahr 2017 einen Abschussplan für Murmeltiere genehmigen.

Vorausgegangen war eine wichtige Bestandserhebung:

· Alle hauptberuflichen Jagdaufseher haben eine Rasterkartierung zur Murmeltierverbreitung in ihrem Aufsichtsgebiet abgegeben.

· Diese Kartierung wurde landesweit einheitlich durchgeführt und im Amt für Jagd und Fischerei digitalisiert. Herausgekommen ist eine sehr detaillierte Verbreitungskarte zum Murmeltier.

· Während der Sommermonate hat das Personal des Amtes für Jagd und Fischerei (mancherorts zusammen mit den Jagdaufsehern) systematische Zählungen in einigen Rasterquadraten durchgeführt.

· Mit diesen beiden Angaben erfolgte eine Hochrechnung auf den landesweiten Murmeltierbestand. Dieser beläuft sich auf über 55.000 Tiere (Frühjahrsbestand).

· Zudem hat die Forstbehörde in den vergangenen Jahren systematisch alle gemeldeten Schadflächen (Mähwiesen oder Schäden an Infrastrukturen) erhoben und kartiert.

Auflagen für die Jagd

Ungewohnt waren die detaillierten Auflagen für Jäger und Reviere. Die wichtigsten davon: Einschränkung der Jagdzeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, Verwendung ausschließlich bleifreier Munition, außerhalb der Schadgebiete Abschuss vorwiegend in Hauptverbreitungsgebieten, Vorzeigepflicht innerhalb 24 Stunden beim zuständigen Jagdaufseher, genaue Gewichtangaben und Abnahme biometrischer Daten zur sicheren Geschlechtsbestimmung. Aber auch diese Vorschriften werden in Zukunft wohl mehr Gang und Gäbe werden. Denn die Behörden wollen Daten, Unterlagen, sichere Zahlen, die wiederum die jagdliche Entnahme rechtfertigen. Alles in allem war die Murmeltierjagd in diesem Jahr ein kaum erwarteter Erfolg für die autonome Regelung der Jagd in unserem Land.


Bleifreie Zukunft?

Trotz allem Für und Wider führt kein Weg daran vorbei: In Zukunft werden die Jäger bleifreie Munition verwenden müssen. Zum Teil ist dieses Gebot schon eingeführt, in Italien auf regionaler Ebene für die eigens genehmigte Auslesejagd, sowie in einzelnen Bundesländern in Deutschland. In Österreich haben sich die Landesjägermeister dafür ausgesprochen, den Weg zu freiwilliger Verwendung von bleifreier Büchsenmunition einzuschlagen. In Italien liegt ein Gesetzesvorschlag auf, der lautet, dass ab 2019 nur mehr bleifreie Büchsenmunition Verwendung finden darf. Gesetzesvorschläge sind noch lange nicht Gesetze, wie man weiß. Trotzdem: Die Tendenz ist aufgezeigt. Zuletzt ist bei uns im Zusammenhang mit der Murmeltierjagd das Thema wieder in den Fokus unserer Aufmerksamkeit gerückt. Denn es gab die Vorschrift, dass Murmeltiere nur mit bleifreier Munition erlegt werden dürfen.

Wo liegen die Vorteile?

Blei ist nun einmal giftig und sammelt sich in den Organismen an, wenn diese bleihaltige Nahrung aufnehmen. In Jägerhaushalten, in denen viel mit Bleimunition erlegtes Wild verzehrt wird, haben die Personen eine höhere Bleibelastung als in „normalen“ Haushalten, wo im Durchschnitt nur 0,5 kg Wildbret pro Jahr und Person auf den Tisch kommt. Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung hat nach sehr eingehenden Untersuchungen empfohlen, dass Schwangere und Kleinkinder nicht Wildbret essen sollten, welches mit bleihaltiger Munition erlegt wurde. Ein zweiter Grund gegen das Blei: Tierreste, die im Wald zurückbleiben, werden von Aasfressern verzehrt. Diese nehmen auch die bleihaltigen Geschossreste mit auf und können darunter leiden und auch daran eingehen, so geschehen bei Bartgeiern und bei See- und Steinadlern. Im Nationalpark Stilfeser Joch dürfen aus diesem Grund die genehmigten Rotwildabschüsse nur mit bleifreier Munition erfolgen. Die Vinschger Jäger haben sich daran gewöhnt.

Auch Nachteile der bleifreien Munition werden genannt: geringere Tötungswirkung, weil sich die Geschosse im Wildkörper nicht so leicht zerlegen, dadurch verminderte Energieabgabe, mitunter Probleme mit der Präzision. Diese Argumente dürften aber die Allgemeinheit nur wenig überzeugen. Deshalb werden wir uns auf eine bleifreie Zukunft einrichten müssen, auch wenn die Bleiaufnahme in der Durchschnittsbevölkerung durch Gemüse und Wasser viel höher ist als jene durch Wildbret, das mit konventioneller Munition erlegt wurde. Aber in 10 Kilo Wildbret, das mit Bleimunition geschossen wurde, ist nun einmal deutlich mehr Blei enthalten als in 10 Kilo Gemüse.


Bär und Wolf - nicht nur die Bauern beklagen sich

Eine so heftige Auseinandersetzung um ein Wildthema hat es kaum einmal gegeben. Die Diskussion um Bär und Wolf hat allerdings auch zu einem Meinungsumschwung in der Bevölkerung geführt. Die gezeigten Bilder, die Schaf-, Ziegen- und Rinderrisse, das alles hat dazu beigetragen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung heute das Thema Großraubwild in der Kulturlandschaft anders bewertet als noch vor wenigen Jahren. Mit der Berichterstattung ist auch das Wissen um diese Wildtiere gewachsen. Die Wölfe haben sich ausgebreitet und erobern neue Territorien: Einzelwölfe finden sich zu Paaren zusammen, ein Rudel entsteht, der Nachwuchs geht rapide voran. Eine Verdoppelung von Jahr zu Jahr ist rechnerisch leicht möglich und führt in kurzer Zeit zu wirklich hohen Beständen. Damit kommen die Probleme, die bereits in einer AGJSO-Tagung im Jahr 1999 vorausgesagt wurden: „Wenn Wölfe erst einmal in Rudeln auftreten, werden die Verluste bei Haus- und Wildtieren erheblich sein“, hieß es damals in der Schlusserklärung. Problematisch wird es aber nicht nur für die Bauern und Kleintierzüchter. Nein, die Bevölkerung fühlt sich nicht mehr sicher, da nun einmal Wölfe wehrhafte Tiere sind, die unter Umständen für den Menschen gefährlich sein können. Dies wird von den Wolfsbefürwortern abgestritten mit dem Hinweis, im letzten Jahrhundert hat es nie einen Wolfsangriff gegeben. Das ist erstens nicht wahr und höchstens für Gebiete zutreffend, in denen im letzten Jahrhundert nur wenige Wölfe vorhanden waren. Nun sind sie da, und der Wolfsbesatz in Italien dürfte dichtemäßig jenen in Kanada übersteigen. Wo führt das hin? Ein Wolfsmanagement wäre höchst an der Zeit. Noch dringender wäre es, den Wolf aus der höchsten Schutzkategorie der FFH-Richtlinie herauszunehmen, wo es heißt, dass für die dort aufgelisteten Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, alle Schutzmaßnahmen zu treffen sind, ihre Lebensräume zu schützen sind usw.

Zu den Angriffen:

In emotionalen Debatten werden oft die Tatsachen außen vor gelassen, schlichtweg nicht erkannt. Dass es in Italien 2017 zwei Wolfattacken auf Menschen gegeben hat, wird dann auch von den Medien nicht weitergetragen.

Frappant ist die Ähnlichkeit dieser Haltung mit jener, die vor Jahrzehnten im Zusammenhang mit dem Bären geführt wurde. Auch damals wurde man beschimpft oder zurückgerufen, wenn wir mahnten, Bären könnten gefährlich sein. Die Tatsachen, die inzwischen passiert sind, bestätigen diese damals schon klare Einschätzung.

Nun fühlen sich die Leute im Bärengebiet alles andere als wohl, öffentlich wird der Ausstieg aus dem Life-Ursus-Projekt gefordert. Ob und wie schnell die Zentralregierungen, sei es in Rom oder Brüssel, reagieren werden, ist eine zentrale Frage.

Wolf und Bär gehören zur europäischen Fauna. Wenn sie in Gebieten leben, wo es mit dem Menschen wenig Reibungsflächen gibt, ist das allen recht. Wenn Konflikte vorprogrammiert sind, dann hat es keinen Sinn, diese Tiere zu fördern. Sie werden den Umstand, dass sie geschützt und geduldet sind, nicht mit Wohlverhalten quittieren, eher wird das Gegenteil der Fall sein.


Jagdaufseherlehrgang abgeschlossen

Mit der Diplomübergabe und einer kleinen Abschlussfeier ging vor kurzem in der Forstschule Latemar der 9. Jagdaufseher-Lehrgang zu Ende. Nach sechs arbeitsintensiven Monaten haben 16 Männer ihre Ausbildung zum hauptberuflichen Jagdaufseher abgeschlossen und ihre Diplome erhalten.

Schulleiter Michael Baumgartner hatte einen vielseitigen Ausbildungs-Lehrgang zusammengestellt. Nicht weniger als 60 Referenten sorgten für einen abwechslungsreichen Unterricht. Das Programm war praxisorientiert, die angehenden Jagdaufseher haben einen umfassenden Einblick in ihre künftigen, vielfältigen Tätigkeiten erhalten. Der Umgang mit Motorsäge und Freischneider wurde dabei ebenso geschult wie das Verarbeiten von Wildbret oder das Schärfen sozialer Kompetenzen sowie Gesetzeskunde u.v.a.

Landesrat Arnold Schuler gratulierte den Absolventen und überreichte ihnen das begehrte Abschlussdiplom. Amtsdirektor Luigi Spagnolli hatte den Wissensstand der Teilnehmer als Präsident der Prüfungskommission überprüft. Er verwies auf die Wichtigkeit der Jagdaufseher für die Südtiroler Jagd. Ich wünsche allen Absolventen einen baldigen guten Einstieg in das Leben als hauptberuflicher Jagdaufseher und bin mir sicher, dass sie sich stets verantwortungsbewusst für das Wild und die Südtiroler Jagd einsetzen werden.

Folgende Teilnehmer haben die Prüfung erfolgreich bestanden:

Alex Bergmeister – Pfunders, Patrick Chizzali – St. Martin in Thurn, Johannes Egger – Unsere Liebe Frau im Walde, Thomas Huber – Villnöss, Markus Kaiser – Luttach-Weißenbach, Kurt Kammerer – St. Lorenzen, Hubert Kerschbaumer – Feldthurns, Wolfgang Lochmann – Altrei, Hannes Mittermair – Welsberg, Manuel Padöller – Graun, Moritz Piffrader – Bruneck, Thomas Robatscher – Neumarkt, Egon Steiner – St. Martin in Gsies, Johannes Telfser – Meran, Ulrich Tratter – Partschins, Michael Überbacher – Wiesen-Pfitsch

Bilder von den Absolventen bei der Diplomübergabe finden sich auf der Homepage des SJV.


Steinwild-Entnahme-Konzept genehmigt

Die über Jahre andauernden Bemühungen von Politik, der Jagdbehörde, dem Südtiroler Jagdverband und nicht zuletzt der vorausschauende Einsatz der Jägerschaft und der hauptberuflichen Jagdaufseher in einigen Steinwildrevieren haben endlich Früchte getragen: Nach Eintreffen der notwendigen Gutachten von Seiten des staatlichen ISPRA sowie des Umweltministeriums ist vom Amt für Jagd und Fischerei das Dekret zur Bejagung des Steinwildes vorbereitet und dem Landeshauptmann zur Unterschrift vorgelegt worden.

Es kann dies durchaus als ein weiterer Meilenstein der autonomen Regelung unserer Südtiroler Jagd angesehen werden.

Als vor vier Jahren die Revierleiter der Steinwildreviere beschlossen haben, in einigen Revieren Fallen zum Fang von Steinwild zu errichten um Tiere in anderen Landesteilen freizulassen, musste man davon ausgehen, dass trotz dieser Maßnahmen eine Jagdausübung auf das Steinwild in weite Ferne gerückt war. Heute wissen wir, dass genau diese Fangaktionen einen unabdingbaren Grundstein für die künftigen jagdlichen Entnahmen bilden, weshalb ich den Einsatz dieser Reviere nochmals besonders hervorheben möchte.

Das Steinwildkonzept sieht eine geringe jagdliche Entnahme von Steinwild in der Steinwildpopulation zwischen dem Brenner und dem Reschen vor. Insgesamt dürfen jährlich maximal bis zu 5% des gezählten Frühjahrsbestandes entnommen werden, wobei die Anzahl der Tiere, die erlegt werden dürfen, von der Anzahl der gefangenen und freigelassenen Tiere abhängt. Das Konzept wird veröffentlicht, sobald unser Landeshauptmann das Dekret unterschrieben hat.


Fuchsjagd: drohte eine Anfechtung?

Bekanntlich hat der Landtag im Sommer eine Neuerung zur Fuchsjagd genehmigt. Diese sieht vor, dass der zuständige Landesrat die Jagdzeit auf den 1. August vorverlegen kann, sofern ein positives Gutachten der römischen Umweltbehörde ISPRA vorliegt. Die maximale Zeitspanne für die Bejagung ist jene, die das staatliche Jagdgesetz vorsieht. Nachdem ein entsprechendes Gutachten der ISPRA vorlag, genehmigte Landesrat Schuler für das Jahr 2017 die Jagd auf den Fuchs vom 1. August bis zum 11. Dezember. Die eindeutigen Rahmenbedingungen dürften die Tierschutzbewegung davon überzeugt haben, auf einen Rekurs zu verzichten. Letzthin sickerte jedoch durch, dass es im Umweltministerium Interventionen gab, die auf eine Anfechtung der jüngsten Südtiroler Gesetzesänderung abzielten. Trotz alledem entschied am vergangenen Freitag der Ministerrat auf Vorschlag von Ministerpräsident Gentiloni, auf eine Anfechtung des Landesgesetzes vor dem Verfassungsgericht zu verzichten. Ausschlaggebend dürften die politischen Bemühungen von Südtiroler Seite gewesen sein und die Tatsache, dass staatsweit nur in wenigen Gegenden so gut und verantwortungsbewusst mit Wild und Natur umgegangen wird wie in Südtirol.


Mit Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


03. NEWSLETTER vom 12. Juni 2017

Waffenpässe: Licht und Schatten

Seit rund zwei Jahren sind die Quästuren verpflichtet, die Bestimmungen zur Erneuerung bzw. Ausstellung des Waffenpasses restriktiv handzuhaben. All jenen, die wegen Straftaten wie Diebstahl, Körperverletzung oder unerlaubten Waffentragens verurteilt wurden, wird der Waffenpass nicht erneuert. Staatsweit geht man davon aus, dass bisher mehrere tausend Jäger der Verschärfung zum Opfer gefallen sind.

Einem Südtiroler Jäger, der gegen die verweigerte Verlängerung seines Waffenscheins rekurriert hatte, gab das Verwaltungsgericht Bozen kürzlich Recht. Der Rekurssteller war im Jahr 1976 wegen leichter Körperverletzung verurteilt worden. Einige Jahre darauf wurde der Jäger rehabilitiert und erhielt daraufhin den Waffenpass, der ihm in den folgenden Jahrzehnten mehrmals verlängert wurde. Die letzte Verlängerung seines Waffenpasses scheiterte dann an der restriktiven Auslegung des Waffengesetzes.

Das Verwaltungsgericht gab nun dem Rekurs des Jägers statt. Nach Ansicht des Gerichts müsse die zuständige Sicherheitsbehörde sämtliche Umstände des konkreten Falls berücksichtigen.

Inzwischen hat das Verwaltungsgericht vier weitere Urteile gefällt. Drei Rekurse wurden angenommen. Ein Fall wurde dagegen abgewiesen.

In den nächsten Monaten ist mit einigen weiteren Urteilen zu rechnen. Im Idealfall könnte das Verwaltungsgericht das Verfassungsgericht in Rom anrufen, um die restriktive Auslegung der Bestimmungen überprüfen zu lassen. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Verfassungsgericht eine Bestimmung aus dem Waffengesetz für verfassungswidrig erklärt.

Parallel zu den Rekursen sind weiterhin Bemühungen um eine Gesetzesänderung im Gange, die darauf abzielen, den alten Zustand wiederherzustellen: Der Quästor soll wieder von Fall zu Fall entscheiden können.


Gerichtsbarkeit sichert Südtirols Jagdsystem ab

Das Südtiroler Jagdsystem kann getrost als Vorzeigemodell bezeichnet werden. Seit Jahrzehnten wird die Jagd in Südtirol in den mittlerweile 145 Revieren kraft Gesetzes sowie in den historisch gewachsenen 51 Eigenjagden ausgeübt. Das Verwaltungsgericht Bozen hat mit dem Urteil Nr. 126/2017 die Weichen dafür gestellt, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Eine Interessentschaft hatte einen Rechtsstreit angestrengt, der auf eine Angleichung der Südtiroler Bestimmungen an die staatlichen Vorschriften abzielte. Dies hätte einerseits zur Folge gehabt, dass die einzelnen Jagdreviere beträchtliche Jagdflächen verloren hätten. Andererseits stellte der Rekurs auch eine Gefahr für die historischen Eigenjagden dar. Diese waren vom Rekurssteller als „ungerecht“ bezeichnet worden. Es war die Forderung in den Raum gestellt worden, dass sich die Eigenjagden aus Gründen der Gleichberechtigung bei Konzessionsverlängerung einem Wettbewerb mit anderen Grundeigentümern stellen müssten, die ebenfalls Interesse an der Errichtung einer Eigenjagd hätten.

Das Verwaltungsgericht teilte diese Auffassung nicht und folgte damit der Argumentation des Landes und des Südtiroler Jagdverbandes, der sich in das Gerichtsverfahren eingelassen hatte, um das bewährte Südtiroler Jagdsystem zu verteidigen.

Das Urteil untermauert die Rechtmäßigkeit unserer bewährten Jagd und ist einmal mehr Ansporn dafür, weiterhin für die Aufrechterhaltung dieser Tradition einzutreten.


Landesvorstand konstituiert sich

In seiner ersten Sitzung hat sich der neugewählte Landesvorstand konstituiert. Gleichzeitig wurden auch der Landesjägermeister und seine beiden Stellvertreter gewählt.

Berthold Marx stellte sich zur Wahl und erhielt eine große Zustimmung. Seine beiden Stellvertreter für die nächsten fünf Jahre sind Günther Rabensteiner aus Welsberg und Sandro Covi aus Sterzing. Sie bilden zusammen mit dem Landesjägermeister den Exekutivausschuss. Als Ersatzmitglieder des Exekutivausschusses wurden Guido Marangoni aus Eppan und Karl Huber aus Tscherms gewählt.

Bei dieser ersten Sitzung wurde auch der Präsident der Abschussplankommission bestätigt, es ist dies Gottfried Hopfgartner aus Luttach. Zu seinem Stellvertreter wurde Lothar Gerstgrasser ernannt.

Mit den Wahlen auf Landesebene ist das Wahljahr 2017 abgeschlossen worden.


Landesregierung genehmigt Änderungen an Durchführungsverordnungen

Die Landesregierung hat mit Beschluss Nr. 486 vom 2. Mai 2017 Abänderungen an den Durchführungsverordnungen in den Bereichen Jagd, Fischerei, Forstwirtschaft und Befahren von Forststraßen in gesperrten Gebieten genehmigt. Die Neuerungen wurden am 23. Mai im Amtsblatt der Region veröffentlicht und sind mit 24. Mai in Kraft getreten.

Ein paar Worte zu den wesentlichen Neuerungen.

- Die Landesregierung hat beschlossen, dass künftig pro Kopf maximal zwei Schnee- und Steinhühner pro Jagdsaison erlegt werden dürfen. Damit konnte eine vernünftige Kompromisslösung erreicht werden. Ursprünglich war vorgesehen, die Anzahl auf ein Stück zu reduzieren. Im Landtag hatte gar die Forderung im Raum gestanden, die Jagd auf die Hühnervögel für einen längeren Zeitraum gänzlich auszusetzen.

- Neu ist auch, dass die erlegten Raufußhühner und Steinhühner innerhalb von 24 Stunden dem Jagdaufseher vorgezeigt werden müssen.

- Über die Vergabe von Jahres- oder Gastkarten an auswärtige Jäger entscheidet künftig ausschließlich die Vollversammlung der Reviermitglieder. Die Möglichkeit der Unterschriftensammlung wurde gestrichen.

- Geändert wurde auch die Mehrheit, mit welcher die Vergabe beschlossen wird. Brauchte es bisher die absolute Mehrheit aller Reviermitglieder, entscheidet künftig die Vollversammlung mit absoluter Mehrheit der Anwesenden.

- Neu ist außerdem, dass in Zukunft die Jagdkarte Personen verweigert werden kann, die dem Revier geschuldete Beträge, wie etwa Sonderbeiträge für erlegtes Wildbret nicht bezahlen.

- Besser geregelt wurde schließlich auch die Möglichkeit der Vergabe von Fahrbewilligungen auf gesperrten Straßen für die Kahlwildjagd. Bisher war die Anzahl der Fahrbewilligungen an die Reviergröße gekoppelt (bis 5000 Hektar 1 Bewilligung, bis 10.000 Hektar 1 bis 2 Bewilligungen, über 10.000 Hektar 1 bis 3 Bewilligungen). Künftig richtet sich die Anzahl der Fahrbewilligungen nach der Anzahl der freigegebenen Abschüsse. Die Fahrbewilligungen werden ab heuer von den zuständigen Forststationen ausgestellt.

Der Beschluss der Landesregierung ist hier abrufbar.


Fuchsbandwurm in Ausbreitung

Die Meldungen über den Fuchsbandwurm besorgen nicht nur die Jägerschaft. Auf unsere Veranlassung hin wurde ein Fachgespräch eingeleitet, bei welchem der Sachstand erhoben und die weitere Vorgehensweise abgeklärt wurden. Nachdem bei einigen Jagdaufsehern ein positives Ergebnis ermittelt wurde, musste eine zweite Kontrolle durchgeführt werde. Der erste Bluttest auf Fuchsbandwurm nämlich zeigt lediglich einen Kontakt mit Bandwürmern an, im zweiten Test hingegen wird bestimmt, ob es sich tatsächlich um den Fuchsbandwurm handelt.

Nachdem an mehreren Füchsen, zuletzt im Wipptal, Fuchsbandwürmer festgestellt worden waren, ist erhöhte Aufmerksamkeit angezeigt. In einer nächsten Untersuchung soll landesweit geprüft werden, ob und wo Füchse in unserem Land mit Fuchsbandwürmern befallen sind. Ein entsprechendes Ansuchen habe ich bereits an die zuständigen Stellen gerichtet.

Sollte die Verbreitung des Parasiten gegeben sein, so sind an exponierten Personengruppen Blutuntersuchungen angezeigt.

Nachdem die Inkubationszeit zwischen 5 und 20 Jahren beträgt, kann bei regelmäßigen Untersuchungen leicht einem möglichen Krankheitsausbruch vorgebeugt werden.

Über weitere Details werden wir unsere Mitglieder auf dem Laufenden halten.


Weidmannsheil

Berthold Marx - Landesjägermeister 


02. NEWSLETTER vom 28. Februar 2017

Revierwahlen vorbei

Nach Auslauf der vierjährigen Verwaltungsperiode waren und sind wir alle aufgerufen, über Neuwahlen die Ämter zu besetzen, entweder über Bestätigung der bisherigen Funktionäre oder über neue Kräfte. Nun haben im Jänner und zum Teil im Februar die Wahlen auf Revierebene stattgefunden. In der Summe gesehen hat es an der Spitze der Reviere 25 % Neubesetzungen gegeben. Vor vier Jahren waren es etwas weniger. Damals ist jedes fünfte Revier unter eine neue Führung gekommen. Die meisten Änderungen mit 37 % gab es im Bezirk Bozen, die wenigsten mit 7 % im Bezirk Sterzing.

In den meisten Fällen war der neue Revierleiter bereits im Ausschuss tätig, aber es gibt insgesamt 10 Reviere, die es mit völlig neuen Kräften versuchen werden. Wie üblich gibt es in den Reviervorständen größere Veränderungen. Landesweit scheinen die Neubesetzungen mit 42 % auf.

An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, zunächst einmal den bisherigen Revierleitern für ihre geleistete Arbeit zu danken. Die Jagdverwaltung ist ja nicht einfacher geworden. Wir stoßen immer mehr auf Unverständnis bei extremen Tierschutzkreisen, aber auch bei einem bestimmten kritischen Teil der Öffentlichkeit. Ich glaube, wir hatten deshalb noch nie so viele Einwände wie in den letzten vier Jahren. Das alles lässt mich die Notwendigkeit verspüren, uns in Zukunft besser aufzustellen. Damit meine ich, dass wir Informationen und Kurse anbieten müssen, welche uns helfen, unsere Arbeit besser zu bewältigen und vor allem unanfechtbarer zu gestalten.

Den neuen Kräften an der Spitze der Reviere möchte ich Mut und Zuversicht wünschen und mich gleichzeitig für die Bereitschaft bedanken, eine verantwortungsvolle Aufgabe übernommen zu haben oder weiterzuführen.

Die Bezirkswahlen sind eben erst angelaufen. In Kürze werden wir die Ergebnisse kennen.

Ich freue mich, dass auch im Landesvorstand neue Kräfte ihre Bereitschaft und ihren Einsatz zur Verfügung stellen.


Naturparks – Start nicht ohne Überraschungen

Die Rettung der Jagd in den Naturparks ist eine der großen Errungenschaften der letzten Jahre. Unvorstellbar, wenn es plötzlich geheißen hätte, wir können in einem Viertel der Landesfläche nicht mehr auf die Jagd gehen. Die Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut war bis zum letzten Augenblick in der Schwebe, offensichtlich haben kritische Kräfte auf römischer Ebene die Verabschiedung nicht nur hinauszuschieben versucht, sondern zu Fall bringen wollen. Dank unserer politischen Vertreter ist es dann doch gelungen, diese Bestimmung zu verabschieden. Nicht ganz ohne einen Wermutstropfen. Im Begleitbericht zur Bestimmung wurde ein Passus eingefügt, der das Land dazu anhält, in den Naturparks bestimmte Wildruhezonen, in denen die Jagd verboten werden soll, auszuweisen. Die entsprechende Umsetzung ist etwas ruck-zuck in Angriff genommen worden. Förster des Amtes für Jagd und Fischerei wurden bei den Revierleitern vorstellig, um deren Vorschläge für geeignete Gebiete einzuholen. Einige der betroffenen Reviere haben sich an die Geschäftsstelle und Beratung gewandt, und diese ist dann auch geboten worden. Andere haben sich selbst ihre Überlegungen gemacht. Meine Grundausrichtung dazu hat auf jeden Fall gelautet: Wenn, dann müssen Wildruhezonen ausgewiesen werden, welche jedwede empfindliche Störung der Wildtiere vermeiden und damit alle Naturnutzer betreffen, also den Freizeitsport, die bauliche Tätigkeit, die Veränderung der Lebensräume usw. Ich glaube, dass sorgsam und verantwortungsbewusst ausgeübte Jagd das Wild am wenigsten stört. Diese Haltung wird auch von den Politikern, soweit ich das abschätzen kann, geteilt. Es sei darauf verwiesen, dass im jagdlich gut verwalteten Südtirol die besten Schalenwildbestände Italiens leben, und diese Leistungen lassen wir uns nicht so leicht absprechen.


Präsident der Europäischen Tierschutzpartei wegen übler Nachrede verurteilt

Am 17. November 2014 war der damalige Regionalratspräsident Diego Moltrer auf einem Jagdausflug einem Herzinfarkt erlegen.

Enrico Rizzi, Präsident der Europäischen Tierschutzpartei, kommentierte den Tod des leidenschaftlichen Trientner Jägers auf Facebook mit folgenden Worten „Frevler, jetzt weißt du, wie es sich anfühlt zu sterben“. Einige Tage später legte Rizzi in einem Radiointerview nach: „So wie ich froh bin, sind auch andere Menschen froh: für mich ist ein Jäger gestorben.“

Wenig Verständnis für diese pietätlosen Äußerungen zeigte nun die Trientner Strafrichterin Greta Mancini. Sie verurteilte Rizzi Anfang Februar zu einer Haftstrafe von 2 Monaten auf Bewährung. Außerdem wurde Rizzi dazu verurteilt, den Angehörigen des Verstorbenen Schadenersatz im Ausmaß von 34.000 Euro zu leisten. Sie hatten sich als zivile Nebenkläger in das Strafverfahren eingelassen.

Tierschützer Rizzi zeigte keine Reue und ließ verlauten, dass er sich bei Justizminister Orlando über das Urteil beschweren werde. Sein Verteidiger kündigte Revision gegen das Urteil an.


Konzessionsgebühr für Waffenpass: wann einzahlen?

Immer wieder melden sich verunsicherte Jäger in der Geschäftsstelle um sich zu erkundigen, wann die Konzessionsgebühr für den Waffenpass zu entrichten ist.

Die Sache ist weniger kompliziert als allgemein hin angenommen. Es gilt folgende Faustregel: Die Konzessionsgebühr ist immer am Ausstellungstag des Waffenpasses fällig.

Wurde der Waffenpass z.B. am 10. Februar 2016 ausgestellt, so ist die Konzessionsgebühr am 10. Februar 2017 zu entrichten.

Wird die Konzessionsgebühr erst am 30. April 2017 bezahlt, so gilt sie nicht bis zum 30. April 2018, sondern nur bis zum Ausstellungstag des Waffenpasses, also bis zum 10. Februar 2018.


Auftakt zum IX. Jagdaufseher- Lehrgang

Seit dem 14. Februar werden in der Forstschule Latemar 18 Anwärter auf ihren künftigen Beruf als Jagdaufseher ausgebildet. Die Lerninhalte sind weit gefächert und reichen von der Ökologie zur Jagdkunde, Jagdpraxis, Rechts- und Berufskunde. Aufgrund der aktuellen Anforderungen werden auch Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und Waffenrecht Teil des Ausbildungsprogrammes sein. Der Lehrgang dauert insgesamt sechs Monate. Im September steht dann die vom Gesetz vorgesehene Eignungsprüfung an.


FACE: EU- Richtlinien und Jagd

Die Dachorganisation der Europäischen Jagdverbände hat vor Kurzem die Mitgliedsverbände ersucht, ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der EU- Richtlinien mitzuteilen.

Der Südtiroler Jagdverband hat unter anderem auf die notwendige Aktualisierung der Anhänge der EU- Vogelrichtlinie hingewiesen.

So ist etwa unverständlich, dass der Star, der große Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verursacht, in Italien nur mittels aufwändiger Entnahmedekrete reguliert werden kann, während er in Zypern, Spanien, Frankreich, Ungarn, Malta und Rumänien jagdbar ist . Auch auf die Schwierigkeiten mit dem Kormoran wurde hingewiesen. Allein in Südtirol überwintern im Durchschnitt über 100 Kormorane, die einen täglichen mittleren Fischverbrauch von 50 kg haben. Ganz oben auf dem Speiseplan des Kormorans stehen sensible autochthone Arten wie die Marmorierte Forelle, welche sich stark im Rückgang befinden und aufgrund der Natura-2000-Bestimmungen mit eigenen Maßnahmen geschützt werden müssten. Auch das in Italien unbefriedigend gelöste Großraubwildmanagement wurde kritisiert.


Wölfe im Vormarsch

Bekanntlich wurden vor wenigen Tagen im Gadertal zwei Wölfe bestätigt. Dies werden wohl nicht die einzigen Wolfsnachweise in diesem Jahr bleiben. Es genügt ein Blick über die Provinzgrenzen. Im Kanton Graubünden bringt das Wolfsrudel seit Jahren zahlreiche Welpen zur Welt, und auch das Rudel im Lessinia-Gebiet nahe Verona ist äußerst vermehrungsfreudig. Ein weiteres Rudel lebt nahe des Comosees und somit auch nicht allzuweit von Südtirol entfernt.

Ein guter Teil der Jungen macht sich im Spätwinter auf, um neue Gebiete zu besiedeln. Hinzu kommen einige Wanderwölfe, die die Alpen von weither erreichen.

Auch in der Provinz Trient sind in den vergangenen Wochen vermehrt Wölfe in neuen Gebieten aufgetaucht. Ob es sich um jene Tier handelt, die im Gadertal in die Fotofalle tappten, werden genetische Untersuchungen an den Tag legen. Der Wolf ist jedenfalls weiter auf dem Vormarsch.


Hegeschauen Termine

Bozen 11. und 12. März, Offizieller Teil: Samstag, 11. März 19 Uhr Steinegg, Vereinshaus

Oberpustertal 18. und 19. März, Offizieller Teil: Sonntag, 19. März 10 Uhr Welsberg, Paul Troger-Haus

Vinschgau 18. und 19. März, Offizieller Teil: Samstag, 18. März 18 Uhr Schlanders, Kulturhaus

Bruneck 25. und 26. März, Offizieller Teil: Sonntag, 26. März 10 Uhr Percha, Vereinshaus

Unterland 25. und 26. März, Offizieller Teil: Samstag, 25. März 19 Uhr Altrei, Vereinshaus

Meran 1. und 2. April, Offizieller Teil: Sonntag, 2. April 10 Uhr Algund, Peter-Thalguter-Haus

Sterzing 1. und 2. April, Offizieller Teil; Samstag, 1. April 19 Uhr Wiesen, Festhalle

Brixen 8. und 9. April, Offizieller Teil: Samstag, 8. April 19 Uhr Barbian, Vereinshaus


Mit Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister

01. NEWSLETTER vom 05. Jänner 2017

Steinbock, Murmeltier, Steinmarder, Dachs – Wie geht’s weiter?

Die neue Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut ist in der Gazzetta Ufficiale Nr. 303 vom 29.12.2016 veröffentlicht worden und tritt am 13. Jänner 2017 in Kraft. Die Bestimmung ermöglicht es unserem Land, Wildarten, die auf Staatsebene nicht jagdbar sind, in Südtirol als jagdbar zu erklären. Das wird nicht in einem Wurf, sondern nur Stück für Stück möglich sein. Denn es sind einige wichtige Voraussetzungen zu schaffen und Gutachten einzuholen. Bei einem ersten Treffen mit den Verantwortlichen des Amtes für Jagd und Fischerei sind einige Etappenziele abgesteckt worden:

Der Steinbock erfreut sich in unserem Land guter Bestände. Es soll angestrebt werden, dass in den gefestigten Kolonien Stücke bejagt werden können. Gleichzeitig sollen aus diesen Kolonien Stücke eingefangen und in geeigneten Lebensräumen Südtirols ausgewildert werden, um neue Kolonien zu schaffen. Darauf wird das staatliche Institut ISPRA erwartungsgemäß bestehen, da in seinem Leitfaden für eine Bewirtschaftung von Schalenwildbeständen großer Wert darauf gelegt wird. Im selben Dokument sind weitere Bedingungen für eine Bejagung angeführt. Wir hoffen auf nicht allzu rigorose Auflagen von Seiten des ISPRA.

Steinbockkolonien, die in Grenzgebiet zur Schweiz und zu Österreich bestehen, sollen in besserer Abstimmung mit den betreffenden Ländern geschützt und jagdlich genutzt werden.

Murmeltiere sind bevorzugt in jenen Gebieten zu bejagen, wo sie Schäden anrichten. In einigen besonderen Fällen wird es angezeigt sein, die Murmeltiere von den Schadgebieten zu entfernen und zu vergrämen. Grundsätzlich soll die jagdliche Entnahme in tieferen Lagen erfolgen.

Zu Dachs und Steinmarder werden Untersuchungen über Dichte und Verbreitung dieser beiden Wildarten zu machen sein, denn ohne entsprechendes Zahlenmaterial ist kaum ein positives Gutachten des ISPRA zu erwarten.

Die Voraussetzungen, welche die Durchführungsbestimmung nennt, sind beachtlich und lauten zusammengefasst: Damit der Landeshauptmann eine Art, die auf staatlicher Ebene als nicht jagdbar eingestuft ist, in Südtirol als jagdbar erklären kann, muss zunächst die höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom (ISPRA) ein entsprechendes Gutachten abgeben. Überdies ist das Einvernehmen mit dem Umweltministerium zu suchen und das Landwirtschaftsministerium anzuhören.

Sobald diese Schritte erfolgt sind, kann der Landeshauptmann die Maßnahme vollziehen und die Wildart für einen begrenzten Zeitraum für jagdbar erklären. Dabei muss unter anderem Folgendes präzise festgelegt werden: die Anzahl der Tiere, die erlegt werden dürfen, die Jagdzeiten, die Gebiete, auf denen die Entnahme stattfinden kann, der Modus der Entnahme und einiges mehr.

Unabdingbare Voraussetzung dafür, dass eine Art als jagdbar eingestuft werden kann ist, dass sie sich in einem günstigen Erhaltungszustand gemäß FFH-Richtlinie der EU befindet.


Achtung auf Wildkrankheiten

Bei den Wildkrankheiten gibt es immer wieder Neuigkeiten, die Sorge bereiten.

Fuchsbandwurm im Wipptal

In den Revieren Ridnaun und Brenner ist kürzlich bei zwei zur Untersuchung eingesandten Füchsen der Fuchsbandwurm festgestellt worden. Der Parasit ist auch für den Menschen gefährlich. Bandwurmeier werden über den Kot befallener Füchse ausgeschieden. Falls sie über die Nahrung (zum Beispiel Beeren) oder über die Luft aufgenommen werden, entwickeln sich daraus im menschlichen Körper Finnen, die lange Zeit unentdeckt bleiben können. Wenn die Zysten aber immer größer und schließlich bemerkt werden, dann ist es für eine Behandlung oft schon zu spät. Aufklärung und weitere Untersuchungen erlegter oder tot aufgefundener Füchse werden notwendig sein. Der Fuchsbandwurm war in der Vergangenheit bereits in den Revieren Graun, Mühlbach, St. Lorenzen und Prags festgestellt worden.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die von Zecken übertragene Gehirnhautentzündung ist nun so stark verbreitet, dass eine gesundheitsbehördliche Empfehlung zur Impfung ausgegeben wurde, allerdings nur für Personen, die im betroffenen Gebiet (Unterland, Überetsch und Gemeinde Bozen) öfters im Wald unterwegs sind.

Die Arbeitgeber von Berufskategorien, die als Risikogruppe gelten, sind aufgefordert worden, ihre Angestellten entsprechend zu belehren und zur vorbeugenden Impfung aufzufordern.

Wir haben dies für die im genannten Gebiet tätigen Jagdaufseher bereits gemacht. Das Rundschreiben des territorialen Gesundheitsdienstes des Südtiroler Sanitätsbetriebs finden Sie auf unserer Website zum Download: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/newsletter-vom-5-j%C3%A4nner-2017/44-428.html

CWD (Chronic Wasting Disease)

Über diese neue Wildkrankheit haben wir bereits in der letzten Jägerzeitung kurz berichtet. Das Gesundheitsministerium hat einen Überwachungsplan der „Chronic Wasting Disease“ (Chronische Auszehrungserkrankung) angeordnet. Dieser Plan sieht vor, dass bis Ende Jänner 2017 Rotwild-Hirnproben gesammelt und untersucht werden. Der Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli hat die hauptberuflichen Jagdaufseher ersucht, Proben von Rotwild zu entnehmen. Dr. Spagnolli schreibt: „Dabei soll wie folgt vorgegangen werden: Die Proben (Kopf ausschließlich von Unfallwild und Hegeabschüssen aufgrund offensichtlicher Krankheit) werden nach Rücksprache mit dem Amtstierarzt des Gebietes bei der vereinbarten Sammelstelle abgegeben; eine zwischenzeitliche Lagerung in gekühltem Zustand ist möglich, nicht aber tiefgefroren.

Für Fragen stehen die Tierärztliche Dienst und das Amt für Jagd und Fischerei zur Verfügung“.


Satzungsänderung

Die von der Generalversammlung der Revierleiter am 29.11.2016 beschlossene Satzungsänderung eröffnet die Möglichkeit, die Tätigkeit der gesamten im Südtiroler Jagdverband zusammengeschlossenen Jägerschaft, also auch die Aktivitäten der einzelnen Reviere, als „das Gemeinwesen fördernd“ einzustufen. Die Folge davon sind unter anderem steuerliche Erleichterungen und Absicherungen. Darüber wird in der nächsten Jägerzeitung näher berichtet, mit welcher auch die geänderte Satzung in Papierform den einzelnen Mitgliedern zugesandt wird. Einstweilen finden Sie den Text auf unserer Homepage: http://www.jagdverband.it/de/service/downloads/37-0.html


Wintersportveranstaltungen

Am 28. Jänner 2017 findet der 18. Jägerbiathlon in Ridnaun statt. Weitere Infos finden Sie hier: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/revierveranstaltungen-und-sport-2017/54-406.html


Weitere Sportveranstaltungen:

04. Februar 2017 -   34. Jägerrodeln in Jaufental (www.jagd-jaufental.org)

18. Februar 2017  -   Wintersporttag der Südtiroler Jägerinnen und Jäger in Mals (für Infos: www.jagdverband.it)


Räudereport

Ein Seuchenjahr im wahrsten Sinne des Wortes musste in den Revieren Luttach-Weißenbach, Sand, Mühlwald und Lappach hingenommen werden. Die Gamsräude befiel dort die Bestände mit unerbittlicher Härte. Im Spätherbst wurde fast täglich ein Räudefall bekannt. Die Meldungen der Jagdaufseher lassen bereits einen ersten Überblick zu. Allein in den Jagdrevieren Sand, Luttach, Mühlwald und Lappach wurden im vergangen Jahr ca. 80 Räudefälle bekannt. Hinzu kommen vier räudige Stück Steinwild. Mittlerweile hat die Seuche auch die Gamsbestände in den Pfunderer Bergen erfasst. Aus den Revieren Pfunders, Mühlbach und Terenten meldeten die Jagdaufseher erste Krankheitsfälle.

Auch aus dem Gadertal wurden vermehrt Räudefälle gemeldet. Ein kompletter Überblick wird baldmöglichst veröffentlicht.


Ich wünsche allen Beziehern der Newsletter ein erfolgreiches neues Jahr und Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


16. NEWSLETTER vom 10. November 2016

Einladung zum Vortragsabend: Waffenrecht und Waffenpass

Die Südtiroler Jagdhundefreunde und der Südtiroler Jagdverband laden am 18. November zum Vortragsabend rund um die Themen „Das Tragen und Aufbewahren von Waffen und Munition“ und „Probleme bei der Erneuerung des Waffenpasses“.

Es referieren der Richter a.D. Edoardo Mori und der Jurist Benedikt Terzer.

Beginn: 18.11.2016, 19.30 Uhr

Ort: Aula Magna des Centro Don Bosco Leifers, Kennedystraße 94

Weitere Infos dazu unter www.jagdverband.it/de/aktuelles/vortragsabend-waffenrecht-und-waffenpass


Jagdaufseherlehrgang 2017 – Anmeldefrist läuft ab

Am 14. Februar 2017 beginnt in der Forstschule Latemar in Welschnofen ein sechsmonatiger Ausbildungslehrgang für hauptberufliche Jagdaufseher.

In Kürze läuft die Anmeldefrist ab. Wer am Kurs teilnehmen möchte, muss sich spätestens innerhalb 15. November 2016 um 12 Uhr anmelden.

Die Zulassungskriterien und zahlreiche weitere Informationen können unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagdaufseher-lehrgang-ausgeschrieben/44-403.html

Nähere Auskünfte können auch beim Landesbetrieb – Giovanna Timpone Tel. 0471 414872, E-Mail: giovanna.timpone@provinz.bz.it oder beim Südtiroler Jagdverband – Alessandra Beneduce Tel. 0471 061703, E-Mail: alessandra.beneduce@jagdverband.it eingeholt werden.

Sollten Sie mögliche Interessenten kennen, so möchten Sie bitte dieselben aufmerksam machen.


Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister 


15. NEWSLETTER vom 03. November 2016

Jagdaufseher-Lehrgang ausgeschrieben

Ein halbes Dutzend Jagdaufseher-Stellen sind momentan nicht besetzt. Im Laufe eines Jahres werden noch einmal einige Aufseher das Pensionsalter erreichen. Das war Grund genug, einen neuen Lehrgang auszuschreiben. Diesmal ist der Zugang zum Kurs etwas genauer geregelt als in der Vergangenheit. Die Kandidaten müssen einen Test bestehen. Auch ein Zweisprachigkeitsnachweis wird verlangt. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die einzelnen Kursteilnehmer bereits vergleichbare Kenntnisse besitzen. Dies wiederum lässt erwarten, dass das Anforderungsprofil an die Berufsjäger gesteigert werden kann. Die genauen Zugangsvoraussetzungen sind hier zu finden: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagdaufseher-lehrgang-ausgeschrieben/44-403.html


Gamswildsymposium in Kufstein

Es war die erste Veranstaltung dieser Art, und gleich schon ein großer Erfolg. Auf Initiative des Tiroler Jägerverbandes unter Landesjägermeister DI Anton Larcher veranstalteten die drei Länder Tirol, Bayern und Südtirol eine Fachtagung. Sie stand unter Schirmherrschaft der FACE. An zwei Tagen wurde referiert und diskutiert. „Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten“ – das war das Thema der Tagung. Die Referenten kamen aus den Ländern Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz. Am zweiten Tag wurden Workshops gebildet. Jeder Interessierte konnte sich dazu anmelden.

Für die Verabschiedung eines Schlussdokumentes fehlte die Zeit. Die Workshop-Leiter sollen sich noch einmal treffen und die Ergebnisse zusammenfassen, schlug Landesjägermeister Toni Larcher am Ende vor.

Aus unserem Land nahmen an der Tagung teil: Landesrat Arnold Schuler, FACE-Präsident Dr. Michl Ebner, Dr. Andreas Agreiter, Gottfried Hopfgartner, Heinrich Aukenthaler, Dr. Benedikt Terzer, Karoline Wieland, Bernhard Überbacher, Peter Thun, Jonathan Pasqualini.


Digitale Abschuss-Datenbank bewährt sich

Es freut mich sehr, dass die Abschussdatenbank von mittlerweile gut 110 Revieren genutzt wird. Für das laufende Jahr sind bereits knapp 8.000 Einträge registriert worden. Wir versuchen, die Datenbank weiterzuentwickeln und zu verbessern. So wird es bald möglich sein, die Abschüsse und das Fallwild in einer Karte einzutragen – eine Neuerung, die von zahlreichen Revierleitern angeregt worden war.

Diese Kartierung soll in erster Linie den Revieren eine noch bessere Übersicht über die Jagdtätigkeit und die Verteilung der Abschüsse geben. Dabei wird es den Revieren freigestellt sein, ob sie dieses Angebot nutzen möchten oder nicht. Der Verortung der Abschüsse wird in Zukunft eine immer stärkere Bedeutung zukommen, das zeigen auch die Auflagen aus dem diesjährigen Sonderdekret zum Fuchsabschuss. Um den immer strenger werdenden Auflagen des ISPRA nachzukommen, ist es wichtig, über aussagekräftiges und digitalisiertes Datenmaterial zu verfügen.

Im Zuge des Gamssymposiums in Kufstein ist angeregt worden, über ein Interreg-Projekt unsere Daten und die unserer Nachbarländer auswerten zu lassen. In einigen Ländern des Alpenbogens werden die Abschüsse nur dürftig registriert. In Bayern und Tirol etwa wird das Alter der erlegten Gamsen nicht genau festgehalten, sondern lediglich die Klasse. Hier sind wir bereits ein gutes Stück voraus. Verbessern kann man sich aber immer, und ich rechne mit interessanten Ergebnissen, wenn erst einmal genaue Auswertungen unseres Datenmaterials vorliegen.


Satzungsänderung nimmt Fahrt auf

Seit Jahren wird überlegt, wie die Satzung des Südtiroler Jagdverbandes verbessert werden könnte. Drei wesentliche Ziele sollen damit erreicht werden:

- Die Eintragung des Vereins als Vereinigung zur Förderung des Gemeinwesens

- Die statutarische Absicherung von Reviergemeinschaften

- Eine Erneuerung des Wahlmodus

Die Arbeiten zur Statutenerneuerung hatten bereits in der letzten Verwaltungsperiode begonnen. Dabei holten wir uns fachlichen Rat bei Personen, die sich im Vereinsrecht auskennen. Jetzt werden die Vorschläge, die im Laufe der Jahre immer wieder im Landesjagdausschuss behandelt wurden, den Revierleitern der einzelnen Bezirke vorgestellt und gleichzeitig werden Vorschläge und Anregungen eingeholt. Auf diese Weise sollen mehrheitsfähige Vorschläge gefunden werden, die dann auch von der Generalversammlung der Revierleiter genehmigt werden.

Oberstes Ziel, das habe ich schon ganz am Anfang meines Auftrages gesagt, ist es, den Revieren mehr Sicherheit zu geben.


Wald und Wild in der Schule

„Auf den Spuren der Tiere in Südtirol“, unter diesem Titel fand in Weißenstein eine Projektwoche für Grundschüler statt. Der Verein der Jagdhundefreunde bietet schon seit Jahren solche Wochen an. Heuer hatte sich die Grundschule Aldein angemeldet. Die Schüler wurden jeweils an Vormittagen von verschiedenen Personen geführt, und zum Schluss erhielt dann jede Schülerin/jeder Schüler ein Diplom ausgehändigt.

Dem Präsidenten der Jagdhundefreunde-Vereinigung Diego Penner sei an dieser Stelle gedankt. Als Referenten/Gruppenbegleiter wirkten mit: Bruno Ruedl, Luciano Scacchetti, Heinrich Aukenthaler, Benedikt Terzer, Lorenz Heinisch, Wilhelm Franzelin, Herbert Gurndin, Lena Schober, Lothar Gerstgrasser.


Hoher Wert der Jagd in Europa

In Europa gibt es sieben Millionen Jäger. Erhebungen zum Konsumverhalten der europäischen Jäger haben ergeben, dass jährlich ca. 16 Milliarden Euro in Umlauf gebracht werden. Diese Summe enthält Spesen für Jagdlizenzen, Pachten, Ausrüstung sowie für Gewehre und Munition oder Fahrtspesen. Diese Zahlen präsentierte der Dachverband der Europäischen Jagdverbände FACE Ende September bei einer Konferenz am Europäischen Parlament.

Eine vorsichtige Schätzung, wie FACE Präsident Michl Ebner meint. Zunächst werden diesbezügliche Daten in den einzelnen Ländern nicht einheitlich erfasst. Spätestens dann, wenn man jene Leistungen berücksichtigt, die die Jägerschaft europaweit zu Gunsten der Wildlebensräume, der Wildschadensvorbeugung und des Wildbestands-Monitorings erbringt, ist der Wirtschaftsfaktor Jagd wesentlich höher zu bewerten, ist Ebner überzeugt. Er drängt daher die Europäische Kommission, das europäische Zentralamt EUROSTAT mit der regelmäßigen Erfassung der wirtschaftlichen Bedeutung der Jagd als EU-Indikator für nachhaltige Nutzung im Sinne der Biodiversitätskonvention zu beauftragen.


Lawinenseminar in Sterzing

Am Samstag, 19. November mit Beginn um 19 Uhr findet in Sterzing ein Lawinenseminar statt. Es wird vom Bergrettungsdienst Sterzing organisiert. Das Seminar ist für alle interessant, die abseits der gesicherten Pisten unterwegs sind. Damit sind auch die Jäger angesprochen. Nähere Angaben zum Seminar sind unter www.jagdverband.it/de/aktuelles/sterzinger-lawinenseminar/54-408.html oder www.bergrettung-sterzing.org/lawinenseminar2016.html zu finden.

Ein schöner Herbst war uns bisher beschieden. Möge auch der November allen Leserinnen und Lesern der Newsletter Freude an der Natur bringen.

das wünscht mit einem herzlichen

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister 


14. NEWSLETTER vom 30. September 2016


Wölfe, Bären, Rotwild, Rehe ...

Dass unserem Wild zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt würde, kann man nun wirklich nicht behaupten. In den Medien überschlagen sich die Berichte, und wie immer ist die Haltung zu den Wildtieren äußerst unterschiedlich. Bär und Wolf besorgen all jene, welche diese Tiere in ihrer Nähe haben, und je weiter weg man davon lebt, desto wohlwollender sieht man die großen Beutegreifer. Angesichts der möglichen Szenarien verschiebt sich die Aufmerksamkeit zwar vom Schalenwild weg, aber jagdliche Themen sind weiterhin im Umlauf. Ihr habt vielleicht eine Nachricht aus unserem Nachbarland Österreich verfolgt. Dort wehrt sich ein Waldeigentümer vor dem Verfassungsgerichtshof gegen die Jagd und behauptet, erst die Jäger hätten ein Vielfaches an Schalenwild herangezüchtet. Das sei völlig unnatürlich, die Natur verlange nach natürlichen Beutegreifern. Die Geschäftsführerin der Kärntner Jägerschaft hat sich mit guten Argumenten gegen diese falschen Verallgemeinerungen gewehrt.

Gute Argumente gehen uns aber aus, wenn die schlechten Botschaften aus den eigenen Reihen kommen. Ich hoffe, Ihr habt das entsetzliche Murmeltiervideo nicht gesehen, in der in Zeitlupe die Geschosswirkung auf unterschiedliche Entfernungen und mit verschiedenen Kalibern gezeigt wurde. Die Murmeltiere werden ohnedies sehr unterschiedlich gesehen, Tierschützer machen mit den niedlich wirkenden Tieren Stimmung gegen die Jagd.

In unserem Land fand vor kurzem eine Plakataktion gegen die Murmeltierregulierung statt. Der Protestmarsch ins Pfossental, zu dem WWF und LAV aufgerufen hatten, war dem Fernsehen eine längere Berichterstattung wert. Dabei ging es allerdings um das von diesen Tierschutzorganisationen angestrebte Jagdverbot in Naturparks. Nur ganz wenige Personen waren dem Aufruf gefolgt. In welcher Welt leben wir, frage wahrscheinlich nicht nur ich mich. Damit leite ich zum nächsten Thema über, zur ernüchternden Ablehnung der Murmeltierentnahme.


Amt für Jagd und Fischerei: ISPRA gibt kein positives Gutachten zur Murmeltierentnahme

Wie das Amt für Jagd und Fischerei berichtet, hat die Höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom (ISPRA) kein positives Gutachten zur geplanten Murmeltierregulierung abgegeben.

Es ist völlig unverständlich, dass das ISPRA zu diesem Ergebnis gekommen ist. In den vergangenen zwei Jahren hatte das ISPRA die vorgeschlagene Murmeltierentnahme stets positiv bewertet. Hinzu kommt, dass der Vertreter der ISPRA, der in der Wildbeobachtungsstelle des Landes sitzt, vor vier Monaten grünes Licht für die Murmeltierregulierung nach vorausgehender Schadensmeldung und anschließender Überprüfung der Schäden gegeben hat. Woher der plötzliche Meinungsumschwung des staatlichen Fachorgans herrührt, ist nicht bekannt.

Es liegt aber die Vermutung nahe, dass eine Einflussnahme stattgefunden hat. Fest steht, dass bestimmten Kreisen die Erfolge, die letzthin im Zusammenhang mit der Murmeltierentnahme eingefahren wurden, nicht geschmeckt haben. Das Verwaltungsgericht hatte zuletzt mehrmals die Rechtmäßigkeit der Entnahmedekrete bestätigt und sogar die Rekurssteller zur Kostenrückerstattung verurteilt. Nachdem somit der Rechtsweg wenig aussichtsreich erschien, dürfte man sich nach anderen Möglichkeiten umgesehen haben, um die Murmeltierregulierung zu verhindern.

Das Land hatte, nicht zuletzt wegen möglicher Schadensersatzforderungen des Rechnungshofes, letzthin mehr und mehr versucht, das Dekret besser zu begründen als in den vorangegangenen Jahren. Unter anderem wurde heuer von Forstbeamten und Jagdaufsehern in Zusammenarbeit mit Studierenden einer Universität der Murmeltierbestand in den Schadgebieten erfasst. Wie bereits in den vorhergehenden Jahren wurden die Schadensmeldungen durch Forstbeamte genau überprüft. Die Regulierung hätte dann nur im unmittelbaren Umkreis von Schadflächen auf Mähwiesen stattgefunden. Viel Geld für nichts ausgegeben, lautet die ernüchternde Feststellung.


Wild und Jagd in Südtirol

Vielleicht habt Ihr das Dolomiten-Sonderheft vom 20. September „Wild und Jagd in Südtirol“ gesehen. Wir sind im letzten Moment damit beauftragt worden. Und unsere Leute im Büro haben sich ins Zeug gelegt, den Bereich Wild und Jagd sympathisch darzustellen. Meiner Meinung nach ist das auch gelungen. Wir können auf viele Erfolge verweisen. Die Festigung der Wildbestände, die zurückgewonnene Vielfalt, der Steinbock ist ein Paradebeispiel dafür, die intensive Beobachtung durch die Jäger, die Rolle der Jagdaufsicht, nicht zuletzt bietet auch das Wildbret in einer sensibler gewordenen Gesellschaft ein optimales Nahrungsmittel. Wir wollen diese Themen weiterpflegen, müssen aber andere noch hinzufügen: die Vermeidung der Straßenunfälle mit Wildtieren, die Pflege der Lebensräume und die Schaffung von neuen Nischen für die Ansprüche bestimmter Wildtiere, die Jagd in der Volkskultur, die Traditionen, das Brauchtum … Ich freue mich schon, wenn es uns gelingt, entsprechende Akzente zu setzen und das eine und andere davon unter die Leute zu bringen. „Unter die Leute bringen“ heißt, die Themen nicht in unseren Reihen zu behalten, sondern sie nach außen zu tragen. Wir Jäger sind nur 1,3 Prozent der Südtiroler Bevölkerung. Wir müssen möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger mit unserer Botschaft erreichen.


Jagdaufseherlehrgang steht an

Bereits im Frühjahr 2017 soll ein neuer Ausbildungskurs für Jagdaufseher anlaufen. Der entsprechende Beschluss der Landesregierung ist bereits in Ausarbeitung. Neu am Kurs wird sein, dass die Zugangskriterien genauer festgelegt und auch angehoben werden. Damit will man erreichen, dass die Jagdaufseher immer besser ausgebildet und auf die Anforderung ihres Berufes vorbereitet sind.

Die Ausschreibung wird bekanntgegeben, sobald wir Näheres wissen.


Projekt Landschaft im Visier

Erstmals arbeitet unser Büro an einem Projekt mit, welches die EURAC zusammen mit der Universität Innsbruck und mit der Landesverwaltung in Angriff genommen hat. Es geht um unsere Landschaft, um die Auswirkungen der verschiedenen Tätigkeiten und somit auch um das Auf und Ab im Wildbestand im Laufe der Jahrzehnte. Wir liefern dazu alle verfügbaren Daten. Am Projekt sind auch Studenten beteiligt.


Haselmaus

Um eine Forschungsarbeit geht es auch im Naturpark Trudner Horn. Zwei Biologen, Ivan Plasinger und Eva Ladurner, untersuchen die Verbreitung der Haselmaus in den Rentschwiesen in Truden. Als Jäger wissen wir, dass die Haselmaus zum Wild gehört, genauer zu den Bilchen. Es wäre nicht das erste Mal, dass wichtige Informationen zu Wildtieren auch von Jägerseite kommen. Schön finde ich es, wenn wir Jäger das Spektrum unserer Aufmerksamkeit auch ein wenig erweitern, denn unsere Natur ist vielfältig, und Vielfalt ist wichtig. Positiv verfolgt und aufgenommen werden zum Beispiel Meldungen über seltene oder selten gewordene Wildarten wie Iltis, Baummarder, Wildkatze, Fischotter, und auch in der Vogelwelt ist es wichtig zu wissen und zu kommunizieren, was es Neues gibt.


Normen verbessern, wo notwendig und sinnvoll

Der politisch verwaltungsmäßige Schwenk in unserem Land hat unvermeidbar auch zu innovativen Ideen geführt. Die zuständigen Stellen denken an mögliche Gesetzesänderungen. Auch die Durchführungsverordnung zum Landesjagdgesetz wird an die Reihe kommen, und wir selbst sollten an unserer Satzung das eine und andere ändern, damit die Reviere sicherer arbeiten können, die Jäger untereinander friedlicher zusammenstehen, der Demokratie und Transparenz gedient ist. Die Ziele, die ich mir selbst gesetzt habe, sind alles andere als leicht und schnell auf den Weg zu bringen, denn Meinungsvielfalt verlangsamt manchmal halt auch die Abläufe. Wir werden in den nächsten Wochen für die Revierleiter Informationsveranstaltungen anbieten, in welchen wir diese Themen vertiefen und nach Möglichkeit einen Konsens erreichen wollen. Information ist wichtig, und ich begrüße alle entsprechenden Initiativen.

Ein positives Beispiel: Am Mittwoch, dem 12. Oktober 2016 veranstalten die Bezirke Bozen und Unterland einen Vortragsabend zu den Themen: „Neues zu den Wildkrankheiten in Südtirol“ und „Rotwild – weiterhin auf dem Vormarsch?“ Es referieren Dr. Karin Trevisol vom Tierseuchenbekämpfungsinstitut und Dr. Lothar Gerstgrasser vom Südtiroler Jagdverband. Die Veranstaltung findet um 20.00 Uhr im Gerätehaus der Freiw. Feuerwehr St. Anton in Kaltern statt.


Fibel für Wildkrankheiten

An der Fibel über Wildkrankheiten wird gearbeitet. Ich hoffe, wir können sie bald einmal herausbringen.

Ich wünsche Euch einen schönen Oktober, der ja zu den jagdlich interessantesten Monaten gehört. Seid Euch dessen bewusst, dass jagen auch Verantwortung ist, und zur Verantwortung gehört es, die jagdliche Planung nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen. Das ist unser Auftrag, und darin finden wir auch Genugtuung und Freude. Freude an der Jagd, am Wild möchte ich Euch allen weiterhin wünschen

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


13. NEWSLETTER vom 5. August 2016

Erfolg in Sachen Fuchsdekret: Gericht sagt NEIN zu Aussetzung des Dekrets

Mitte Juli hat Landesrat Arnold Schuler ein Dekret zur Fuchsregulierung im Umkreis von Geflügelhaltungen erlassen. Das Dekret zielt auf die Reduzierung der Geflügelrisse, auf den Schutz der Waldhühner und auf die Vorbeugung des Fuchsbandwurms ab. Die LAV-Liga gegen Tierversuche hat vor Kurzem Rekurs gegen das Dekret eingereicht und die vorsorgliche Aussetzung beantragt.

Nachdem das Verwaltungsgericht zuletzt mehrmals die Rechtmäßigkeit der Regulierungsdekrete des zuständigen Landesrats bestätigt hatte, ließ sich der Südtiroler Jagdverband umgehend mit RA Dr. Alfred Mulser in das Verfahren ein. Er beantragte eine Anhörung vor dem Präsidenten des Verwaltungsgerichts. Dem Antrag wurde stattgegeben. Damit bot sich auch für uns die Gelegenheit zu einer ausführlichen Argumentation.

Am 3. August gab das Verwaltungsgericht seine Entscheidung bekannt: Der Antrag auf Aussetzung der LAV wurde abgewiesen. Es ist erfreulich, dass unsere Aufmerksamkeit und unser Einsatz dazu beigetragen haben, dass zum ersten Mal die Aussetzung eines Dekretes verhindert werden konnte.

Der Verfügung des Gerichtspräsidenten ist zu entnehmen, dass vor allem folgende Faktoren ausschlaggebend für den Entscheid waren: Die Wildbeobachtungsstelle der Autonomen Provinz Bozen sowie die höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom (ISPRA) hatten die vorgeschlagene Fuchsregulierung positiv bewertet. Die genannten Gutachten waren im Entnahmedekret exakt berücksichtigt worden, sprich: Die Entnahme wurde auf den Umkreis von 400 m um Geflügelhaltungen beschränkt. Das Gericht verweist in der Verfügung außerdem auf das letzte Urteil zur Fuchsregulierung vom Mai 2016, welches das Entnahmedekret aus dem Vorjahr für rechtens erklärt hatte.

Der Fuchs nimmt im Ökosystem v.a. als Mäusejäger eine wichtige Rolle ein. Bei einer zu starken Vermehrung kann er allerdings zum Problemfall für Hausgeflügel und Biodiversität werden. Bei Nichtbejagung verliert der Kulturfolger Fuchs mitunter die natürliche Scheu und nähert sich auch tagsüber Siedlungsgebieten um Beute zu machen.

Untersuchungen aus der Provinz Trient zeigen, dass sich eine ansteigende Fuchspopulation problematisch auf das Auerwild auswirkt. Eine aktuelle Studie aus dem Naturpark Paneveggio – Pale di San Martino zeigt, dass zwei Drittel der Verluste an Auerwildgelegen auf die Prädation durch Fuchs, Marderartige und Rabenvögel zurückzuführen sind.

Dass sich eine gezielte Fuchsregulierung positiv auf den Auerwildbestand auswirken kann, lässt sich am Beispiel des Naturparks Trudner Horn festmachen. Eine Studie hatte gezeigt, dass trotz intensiver Lebensraumverbesserungen der Rückgang des Auerwildes nicht aufgehalten werden konnte. Die gezielte Regulierung des Fuchsbesatzes im Gebiet des Naturparks hat letzthin hingegen einen leichten Aufwärtstrend der Population erkennen lassen.


Flurnamen-Publikation vorgestellt

Bärenleger, Bockleger, Gamsbichl, Hirschbett, Eselsteig, Tröglegg. Unter Jägern dienen Flurnamen immer noch zur genauen Orientierung, in den Abschusslisten wird die Örtlichkeit stets festhalten. Viele Flurnamen sind allerdings in Vergessenheit geraten. Eine kürzlich vorgestellte Publikation zu den Flurnamen Südtirols könnte den einen oder anderen Flurnamen wieder ins Gedächtnis der Südtiroler Jäger rufen.

20 Jahre lang haben Wissenschaftler gesammelt und geforscht, landauf landab Jäger, Bauern und Bevölkerung befragt. Frucht dieser Arbeit ist eine weltweit wohl einzigartige Sammlung mit über 170.000 Flurnamen. Hinter diesem Archiv stecken unzählige Arbeitsstunden. Die Autoren Johannes Ortner und Cäcilia Wegscheider haben den Großteil der Erhebungen durchgeführt und geleitet. Die Angaben stützen sich auf mehr als 1.000 Gewährspersonen.

„Auf diese Basis lässt sich aufbauen, wohlwissend, dass viele Flurnamen, die nur im Kreise der Familie in Gebrauch sind, bei den Erhebungen nicht genannt worden sind und somit noch fehlen. Auch der eine oder andere Fehler hat sich möglicherweise eingeschlichen. Wir freuen uns auf jede Ergänzung und Verbesserung“, meint Benno Baumgarten vom Naturmuseum, der die Datenbank künftig ergänzen und verbessern wird. Jeder Nutzer kann interaktiv Ergänzungen vorbringen.

Die Publikation besteht aus einem Begleitbuch, in welchem der Werdegang des Projektes nachgezeichnet wird, sowie aus zwei DVDs. Letztere ermöglichen einen virtuellen 3D-Flug über Südtirol sowie eine gezielte Suche nach bestimmten Namen. Die Datenträger können auch aufs Smartphone geladen werden.

„Mit der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ist das Flurnamen-Projekt noch lange nicht abgeschlossen“, erklären die Autoren Johannes Ortner und Cäcilia Wegscheider. Über die Mailadresse flurnamen@naturmuseum.it können die Nutzer Verbesserungen und Anregungen mitteilen.

Die bemerkenswerte Publikation ist zu einem Preis von 19,80 Euro im Naturmuseum erhältlich. Eine lohnenswerte und bereichernde Investition für Jäger und Interessierte.


Wildarten- wieder ein Neubürger im Land

Mitte Juni wurde auf der MEBO bei Gargazon ein Marderhund überfahren, die Medien berichteten ausführlich darüber.

Es handelte sich um den ersten Nachweis eines Marderhundes in Südtirol und den erst zweiten gesicherten Nachweis staatsweit. Im Friaul war im Jahr 2005 der erste gesicherte Nachweis in Italien erbracht worden. Marderhunde sind sog. Neozoen, das sind Tiere, die ursprünglich in einem Gebiet nicht vorgekommen sind. Nach Goldschakal und Waschbär, welche in Südtirol im Jahr 2009 nachgewiesen worden sind, ist der Marderhund der dritte große Neubürger unter den Säugetieren, der in den letzten Jahren seine Spuren hinterlassen hat.

In Deutschland sind Marderhunde neben Waschbären in aller Munde. Innerhalb von zwanzig Jahren haben sich hier die Bestände, trotz uneingeschränkter Bejagung, vervielfacht. In Deutschland kamen im Vorjahr 24.000 Marderhunde und 116.000 Waschbären zur Strecke, vor 20 Jahren waren es lediglich je 300 landesweit.

In der Schweiz sind in den vergangenen sechs Jahren sechs gesicherte Nachweise von Marderhunden und einzelne Waschbären-Nachweise erbracht worden, in Österreich sind Marderhund und Waschbär bereits weiter verbreitet und dürfen auch bejagt werden. In Österreichs Jagdstatistik des Vorjahres scheinen 49 Marderhunde und 8 Waschbären auf.

In Italien und so auch in Südtirol sind Marderhund und Waschbär nicht jagdbar.


Liebe Leser der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

Weidmannsheil

Berthold Marx

Landesjägermeister 


12. NEWSLETTER vom 21. Juli 2016

Fuchsregulierung vom 22. Juli bis 17. September im Umkreis von 400 Metern von Geflügelhaltungen vorgesehen

Von Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli erhielten wir Mitte Juli das neue Dekret zur Fuchsregulierung zugesandt. Dr. Spagnolli schreibt:

„Aufgrund des fortwährenden Trends von häufigen Rissen an Hausgeflügel der landwirtschaftlichen Betriebe durch den Fuchs hat der Landesrat Arnold Schuler, auf Grundlage der Gutachten der Wildbeobachtungsstelle des Landes und des staatlichen Umweltinstituts ISPRA, per Dekret eine landesweite Ermächtigung zur Entnahme von Füchsen verfügt. 

Die Regulierung ist vom 22. Juli bis 17. September 2016 im Umkreis von 400 Metern um Geflügelhaltungen in den Revieren kraft Gesetzes und Eigenjagden, ausgenommen Biotope mit einer Fläche von weniger als 10 Hektar erlaubt.

Die Regulationsabschüsse sind von gebietsmäßig zuständigen hauptberuflichen Jagdaufsehern, den Angehörigen des Landesforstkorps mit Jagdgewehrschein sowie von Jahres- bzw. Gastkarteninhabern zu tätigen.

Erlaubt ist die Erlegung der Füchse in derselben Tageszeit und mit denselben Jagdmitteln und Modalitäten, welche in der gesetzlichen Jagdzeit des Fuchses vorgesehen sind, zuzüglich der in den nächsten Absätzen beschriebenen besonderen Vorschriften:

- In jedem Revier ist eine verantwortliche Person zu ernennen. Dieser Kontrollperson müssen die Jagdgänge gemeldet und die erlegten Füchse vorgezeigt werden.

- Abschüsse sind vom Erleger umgehend in den Kontrollkalender einzutragen. Die erlegten Individuen müssen kartografisch und mit Angabe von Ort, Datum und Uhrzeit in Listen eingetragen werden.

- Die Revierleiter sind verpflichtet, diese Dokumentation innerhalb 10. Oktober 2016 dem Amt für Jagd und Fischerei zu übermitteln.

- Mindestens ein Fuchs pro Revier ist dem Tierseucheninstitut abzugeben.“

Den Revierleitern ist das Dekret noch am selben Tag weitergeleitet worden.

Es bleibt zu hoffen, dass es zu keiner Anfechtung kommt. Zur Erinnerung: letztes Jahr war das Sonderdekret zur Fuchsregulierung ab 1. August erlassen, wurde aber angefochten und ausgesetzt. Erst im Nachhinein hat der Verwaltungsgerichtshof das Dekret als rechtens eingestuft.


Dachsschäden – Genehmigungsverfahren erleichtert

Der Dachs gehört italienweit zu den geschützten Wildarten. Mitunter verursacht die Art allerdings Schäden, die Abhilfe gebieten. Landesrat Schuler hat deshalb ein Dekret verabschiedet, mit welchem das Genehmigungsverfahren vereinfacht wird.

Amtsdirektor Dr. Spagnolli schreibt uns dazu Folgendes:

„Nachdem es immer wieder Fälle gibt, in denen Dachse Schwierigkeiten bereiten, wenn sie Stützbauten, Bahndämme und Trockenmauern landwirtschaftlicher Güter hintergraben, gibt das aktuelle Dekret des Landesrates die Möglichkeit, rasch einzugreifen, d.h. diese Tiere einzufangen und weiter entfernt wieder freizulassen. Erst wenn ein solcher Versuch keinen Erfolg zeigt, kann mit entsprechender schriftlicher Anfrage und entsprechender Begründung um eine Sonderabschussermächtigung angesucht werden. Denn auch dazu liegt ein Gutachten des ISPRA vor, wobei jedoch im Jahr 2016 eine Ermächtigung nur von Fall zu Fall und beschränkt auf zehn Dachse landesweit erfolgen darf.“

Das Dekret sieht unter anderem vor, dass bei Zutreffen der nötigen Voraussetzungen die hauptberuflichen Jagdaufseher und die Angehörigen des Landesforstkorps zum Dachsfang ermächtigt sind, allerdings muss zuerst ein schriftlicher Antrag beim Amt für Jagd und Fischerei eingereicht werden.


Akute Zeckengefahr

Heuer scheint es besonders viele Zecken zu geben. Das feucht-warme Wetter begünstigt diese Parasiten enorm. Zecken können zwei für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen: die Borreliose und die FSME, das ist eine Gehirnhautentzündung.

Die gemeldeten Borreliosefälle schwanken in Südtirol zwischen 15 und 25 pro Jahr. Die Borreliose ist eine Bakterienkrankheit und deshalb mit Antibiotika behandelbar, allerdings sollte die Behandlung so schnell wie möglich beginnen. Ein ringförmiger Kreis um die Einstichstelle, der sich mit der Zeit vergrößert, ist ein Zeichen von Borreliosebefall. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, nach Zeckenbissen einen Arzt zu konsultieren.

In den vergangenen Jahren hat es in Südtirol nur einzelne Fälle von FSME-Erkrankungen gegeben, die von Zecken übertragen worden waren. Heuer sind bereits sieben Fälle bekannt geworden.

Zecken, die das auslösende Virus in sich tragen, scheint es im Überetsch, Unterland und auch schon im Fleimstal zu geben. Personen, die in diesen Gebieten im Wald unterwegs sind, sollten sich impfen lassen. Die Anmeldung zur Impfung erfolgt unter der Telefonnummer 0471 909264.

Der Impfstoff wird in drei Dosen verabreicht, die ersten zwei im Abstand von 14 Tagen bis 3 Monaten, die dritte Dosis kommt zwischen 5 und 12 Monaten nach der ersten Impfung zur Anwendung. Der Impfstoff kostet pro Dosis 28,20 Euro.

Gehirnhaut- und Gehirnentzündungen können schwere Schäden nach sich ziehen. Vorbeugung gegen Zeckenbisse ist auch dadurch möglich, dass man im zeckenverseuchten Gebiet lange, helle Kleidung trägt, und nach Waldgängen den eigenen Körper nach etwaigen Zecken absucht.

Siehe dazu auch einige ältere Artikel aus unserer Jägerzeitung: Nr. 3/2011 (Seite 44), Nr. 4/2007 (Seite 5), Nr. 2/2006 (Seite 39). Die Jägerzeitungen sind auf unserer Website unter http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/j%C3%A4gerzeitung/download-archiv/51-0.html abrufbar.


Moderhinkeausbruch geklärt?

Im Revier Brenner hat es im vergangenen Winter mehrere schwere Fälle von Moderhinke bei Steinwild gegeben. 14 kranke Tiere mussten erlegt werden. Nun erreicht uns die Nachricht, dass ein Nordtiroler Tierhalter wegen Vernachlässigung der von ihm gehaltenen Schafe bestraft wurde. Er hat an Moderhinke kranke Schafe im Grenzgebiet zu Südtirol aufgetrieben; daraufhin ist auf der entsprechenden Alm und im angrenzenden Gebiet die Krankheit verstärkt ausgebrochen.

Die Moderhinke ist eine sehr schmerzhafte, hoch ansteckende Erkrankung, die auch von Schafen auf Steinböcken übertragen werden kann.


Gamspirschführerkärtchen

Die Gamspirschführerausweise sind ausgestellt und werden zur Zeit von unseren Verbandsjagdaufsehern an die Reviere verteilt.


Hochsitze kontrollieren

Vor Beginn der Hauptjagdzeit ist es gut und richtig, auch einmal die Hochsitze zu inspizieren. Nicht stabile oder angefaulte Hochsitze sind unbedingt zu entfernen. Den Unfällen vorzubeugen ist besser als jede Versicherung.


Jagdwaffenpässe: Staatsrat kennt kein Pardon

Rückschlag für die Bemühungen um eine verfassungsorientierte Auslegung des Art. 43 des italienisches Sicherheitsgesetzes Nr. 773/1931.

Bekanntlich sieht ein Gutachten des Staatsrates aus dem Jahr 2014 vor, dass der Waffenpass nicht ausgestellt bzw. widerrufen werden muss, wenn jemand wegen bestimmten Straftaten (u.a. Diebstahl, Erpressung, Widerstand und Gewalt gegen die Staatsgewalt, unerlaubtes Waffentragen) verurteilt worden ist.

Im vergangen Jahr haben der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger und sein Trienter Kollege Franco Panizza mehrfach beim Innenminister vorgesprochen und die teilweise absurden Auswirkungen der restriktiven Auslegung aufgezeigt. Daraufhin gab das Innenministerium im Jänner 2016 beim Staatsrat ein neues Gutachten in Auftrag.

Wie vor Kurzem bekannt wurde, hat sich der Staatsrat im neuen Gutachten nun erneut für die restriktive Auslegung des Art. 43 ausgesprochen.

Der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger setzt jetzt mit seinen Kollegen auf eine Abänderung des Art. 43 des italienischen Sicherheitsgesetzes.

Das Ziel ist eine verfassungsorientierte Formulierung des Art. 43. Das italienische Sicherheitsgesetz stammt aus dem Jahr 1931 und ist somit 17 Jahre älter als die Verfassung der italienischen Republik. Dies bedingt, dass mehrere Gesetzesartikel nicht an Verfassungsgrundsätze angepasst sind.

Die soeben von der 1. Sektion des Staatsrates bestätigte restriktive Auslegung des Art. 43 ist jedenfalls nicht der Weisheit letzter Schluss. Im Gegenteil, diese Auslegung ist selbst in Gerichtskreisen höchst umstritten. So hat z.B. die 3. Sektion des Staatsrates im Jahr 2013 ausdrücklich festgehalten, dass eine restriktive Auslegung des Art. 43 von zweifelhafter Verfassungsmäßigkeit wäre. Diese Auffassung teilten letzthin auch die Verwaltungsgerichte von Trient und Florenz.

Zuversichtlich stimmt, dass die Verwaltungsgerichte sowie die rechtssprechenden Sektionen des Staatsrates sich nicht an das neue Gutachten halten müssen, sondern weiterhin frei entscheiden können.

Wir werden weiterhin, so wie bisher, unsere Interessen nach Kräften vertreten.


EU- Waffenrichtlinie: Drastische Einschränkungen abgewendet

Erfreuliches gibt es von der europäischen Ebene zu berichten. Die EU-Kommission hatte bekanntlich im November 2015 einen Vorschlag zur Änderung der Waffenrichtlinie vorgelegt, der einige radikale Einschränkungen für Waffenbesitzer vorsah.

Dank des unermüdlichen Einsatzes unserer Interessensvertreter konnten nun einige erhebliche Fortschritte erzielt werden. Besonders hervorzuheben sind folgende Erfolge: ein generelles Verbot halbautomatischer Waffen der Kategorie B7 sowie eine europaweite Beschränkung der Gültigkeit des Waffenpasses auf fünf Jahre konnten abgewendet werden. Auch der Waffenerwerb über das Internet soll unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin möglich bleiben.

Besonders verdient gemacht haben sich einige Mitglieder der Intergruppe Jagd im Europäischen Parlament, darunter der Südtiroler Europarlamentarier Herbert Dorfmann, Mitglieder des Binnenmarkt- und Verbraucherausschusses der EU sowie die Dachorganisation der Europäischen Jagdverbände (FACE) unter dem Vorsitz von Michl Ebner.


Liebe Bezieher der Newsletter, ich wünsche euch eine schöne Zeit, Freude am Wild und

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


11. NEWSLETTER vom 30. Juni 2016

Innenministerium: Jagdwaffenpass ohne Konzessionsgebühr ungültig

Laut Rundschreiben des Innenministeriums vom 20. Mai 2016 ist der Waffenpass ungültig, wenn die jährliche Konzessionsgebühr in Höhe von 173,16 € nicht entrichtet wurde. Das Innenministerium beruft sich dabei auf ein Gutachten der Agentur der Einnahmen. Beim Kauf von Waffen und Munition muss man damit rechnen, den Nachweis über die Einzahlung der Konzessionsgebühr vorlegen zu müssen. 

Obwohl die jüngste Auslegung des Innenministeriums rechtlich nicht unumstritten ist, herrscht Grund zur Vorsicht. In den vergangen Tagen kam es bereits zu mehreren Anzeigen gegenüber säumigen Jägern.

Es wird daher dringend angeraten, auf die fristgemäße Einzahlung der Konzessionsgebühr zu achten.

Für welchen Zeitraum gilt eine bezahlte Konzessionsgebühr?

Die jährliche Konzessionsgebühr für den Jagdwaffenpass gilt für den Zeitraum von 12 Monaten ab Ausstellungsdatum des Jagdwaffenpasses.

Sie deckt also nicht ein ganzes Jahr ab dem Datum der getätigten Einzahlung, wie manche irrtümlicherweise annehmen.

Dazu ein konkretes Beispiel: Wurde der Waffenpass am 1. April 2016 ausgestellt, gilt die erste Konzessionsgebühr bis zum 31. März 2017. Will man nach diesem Zeitpunkt vom Waffenpass Gebrauch machen, so ist vorher die Konzessionsgebühr zu entrichten. Bezahlt man diese z.B. am 20. April, so gilt sie nicht bis zum 20. April des darauffolgenden Jahres, sondern bis zum 31. März, da das Ausstellungsdatum des Waffenpasses der 1. April ist.


Natura-2000-Gebiete: Landesregierung schließt Umwandlung ab

Wie in der Februar-Newsletter berichtet, hatte die Landesregierung zu Jahresbeginn das Verfahren für die definitive Umwandlung von 35 „Gebieten Gemeinschaftlicher Bedeutung“ in „Besondere Schutzgebiete“ eingeleitet.

Mit 14. Juni 2016 wurde nun die Umwandlung dieser Gebiete definitiv genehmigt. Landesrat Richard Theiner erklärte, dass die formelle Verpflichtung Voraussetzung dafür sei, dass Fördermaßnahmen der EU ausgezahlt werden können. Nach Angaben des Landesrates würden dadurch jährlich rund 1,3 Millionen Euro an Landschaftspflegeprämien und Natura 2000 Aufwertungsmaßnahmen sichergestellt.

Der Hintergrund: Mit der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie der EU vom Mai 1992 waren die Mitgliedsstaaten verpflichtet worden, Natura-2000-Schutzgebiete für den Schutz von Arten und Lebensräumen von gemeinschaftlicher Bedeutung auszuweisen. Hierzu mussten die Mitgliedsstaaten, bzw. in unserem Fall das Land Südtirol, zunächst geeignete Flächen als Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) einstufen. Dies ist in Südtirol bereits vor der Jahrtausendwende geschehen. Nach Maßgabe der FFH-Richtlinie hätten die als GGB ausgewiesenen Flächen innerhalb von sechs Jahren in so genannte Besondere Schutzgebiete (BSG) umgewandelt werden müssen. Nachdem staatsweit in mehreren Gebieten diese Zeitspanne erheblich überschritten worden ist, hatte die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet.

Mit dem definitiven Abschluss des Umwandlungsverfahrens am 14. Juni hat die Landesregierung den SOLL-Beitrag zur Abwendung eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens geleistet und so auch die weitere Auszahlung der EU-Fördermaßnahmen sichergestellt.

Bezüglich Jagdausübung ändert sich in den genannten Gebieten nichts.


Revierleiter-Versammlung: Politik steht hinter Südtirols Jagd

Kürzlich fand in Dorf Tirol die Generalversammlung der Revierleiter statt. Revierleiter Eduard von Dellemann hatte mit seiner Mann- und Frauschaft die Organisation übernommen. Die Gelegenheit der Generalversammlung nehmen wir immer wieder wahr, um darzustellen, was unsere Reviere, unsere Jägerschaft für Umwelt, Lebensräume, Wild und Jagd leisten. Wir können nicht oft genug sagen, dass es die Jagd braucht, dass das Wild bei den Jägerinnen und Jägern in guten Händen ist, dass wir vielfältige Leistungen erbringen. Heuer wollte ich auch die Mitarbeiter unseres Büros zu Wort kommen lassen. Unser Wildbiologe Lothar Gerstgrasser analysierte die Abschussergebnisse und verglich deren Entwicklung mit den Tendenzen auf Staatsebene. Unmissverständlich kam dabei zutage, dass die Jagd ohne wissenschaftliche Grundlage in unseren Tagen nicht mehr gesichert ist. Geschäftsführer Heinrich Aukenthaler berichtete über die Aufgabenteilung im Verbandsbüro, über die Kernthemen, die unsere Leute tagein, tagaus beschäftigen und in welche Richtung schwerpunktmäßig die Arbeit gehen muss: Mehr die Themen bedienen, die für die Mehrheit der Jäger wichtig sind, weniger Einzelprobleme aufkommen lassen. Dies sollte auch mittels klarerer Richtlinien und einer besseren Information und Aus- und Weiterbildung möglich sein.

Der im Verbandsbüro tätige Jurist Benedikt Terzer berichtete über die Entwicklungen rund um die jagdlichen Bestimmungen auf EU- und Staatsebene. Er hob die Bemühungen hervor, welche seitens des Jagdverbandes im Laufen sind, um auf den verschiedenen Ebenen günstige Entscheidungen für unsere Südtiroler Jagd zu erreichen. Die Gastredner nahmen diese Botschaft mit Zustimmung auf. Sowohl Landesrat Arnold Schuler als auch der Parlamentarier Albrecht Plangger und der Europaparlamentarier Herbert Dorfmann bestätigten den regen Austausch von Informationen und die Abgleichung von Strategien. Landesrat Arnold Schuler streift in seiner inhaltsreichen Rede alle aktuellen Themen, angefangen von den Bemühungen in Rom um mehr Autonomie bis zu den Sachbereichen Großraubwild und Jägerausbildung.

Der abschließende Pflichtteil betraf die Genehmigung von Abschlussbilanz und Haushaltsvoranschlag, die einstimmig erfolgten. Eine Forderung nach mehr Einbindung der Revierleiter in bestimmte Entscheidungen wollte ich mit der Zusicherung beantworten, zugesagte Versammlungen und Diskussionen auch durchzuführen.

An dieser Stelle danke ich auch noch einmal allen, die bei der Abhaltung unserer Veranstaltung, in diesem Falle der Generalversammlung, mitwirken und mithelfen.


Einhaltung der Hygienebestimmungen

Seit dem Jahr 1988 gilt die EU-Hygienerichtlinie in unserem Land als umgesetzt. Das entsprechende Dekret des Landesveterinärdirektors Nr. 95726/31.12 vom 19.02.1988 legt unter anderem fest, unter welchen Umständen Wildfleisch in den Verkehr gebracht werden kann, wie die Wildabgabestellen eingerichtet sein müssen, welche Aufgaben die sogenannte kundige Person zu erfüllen hat.

Vor Kurzem hat die Landesveterinärbehörde Kontrollen in den Wildabgabestellen angekündigt, auch um sicherzustellen, dass die nun einmal bestehenden Regeln nicht in Vergessenheit geraten oder gar vernachlässigt werden.

Der Zuständige des Landesveterinärdienstes Dr. Franz Hintner hat zur Verbreitung folgender Botschaft ersucht: „Ich finde die Information wichtig, dass wieder vermehrt Kontrollen von Seiten des tierärztlichen Dienstes betreffend die Wildbrethygiene und Wildbretvermarktung durchgeführt werden. Wir ersuchen auch die Revierleiter und Jagdaufseher, dass sie uns bei diesem Vorhaben mit ihrer Erfahrung unterstützen. Nur so kann langfristig der Ruf des Wildfleisches in das richtige Lot gebracht werden. Weiters wünschen wir, dass neben den gut ausgestatteten Wildzellen auch jene, die Mängel aufweisen, den heutigen Standards angepasst werden“.


Gamswildsymposium in Kufstein

Das beschlossene Symposium über das Gamswild ist nun offiziell ausgeschrieben. In der Folge die entsprechende Ankündigung:

Symposium - Heimatwild Alpengams - nachhaltig erhalten - Kufstein, Tirol - 27. Bis 28. Oktober 2016

Das Symposium „Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten“ der FACE, des Bayerischen Jagdverbandes e.V., des Südtiroler Jagdverbandes und des Tiroler Jägerverbandes widmet sich der Zukunft der Alpengams. In Zentrum stehen die länderübergreifende, nachhaltige Bewirtschaftung der Wildart sowie die Bewahrung des Lebensraumes. Ziel des Symposiums ist die Erstellung eines Strategieplans zum Management der Alpengams.

Teilnahmegebühr: pro Tag € 40, inkl. Tagungsband und Kaffeepausen

Anmeldung: mit Anmeldeformular per Mail an info@tjv.at, per Fax unter +43 (0) 512 571093-15 oder per Post an: Tiroler Jägerverband, Christine Lettl, Meinhardstraße 9, 6020 Innsbruck.

Kontakt DE: Bayerischer Jagdverband, Susanne Schmid, Hohenlindner Str. 12, 85622 Feldkirchen, Susanne.Schmid@jagd-bayern.de, Fax +49 (0) 89 990234-37

Kontakt IT: Südtiroler Jagdverband, Schlachthofstraße 57, 39100 Bozen, info@jagdverband.it, Tel. +39 0471 061700

Vorläufiges Programm:

27. Oktober 2016

ab 08:30 Uhr Anmeldung

09:30 Uhr Begrüßung & Eröffnung

10:00 Uhr Themenblock I – Gams & Mensch

12:00 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr Themenblock II – Lebensraum und Nutzung

15:00 Uhr Kaffeepause

15:30 Uhr Themenblock III – Verhalten, Stress und Bejagungsstrategien

19:00 Uhr Abendprogramm im Hotel Andreas Hofer

28. Oktober 2016

09:00 - 12:00 Workshops Gamsmanagement / alternativ Exkursion „Lebensraum Alpengams“

Mittagspause

13:30 Uhr Begrüßung & Einleitung

13:45 Uhr Vorstellung der Workshop-Ergebnisse

14:30 Uhr Diskussion und Zusammenfassung des Strategieplans

16:00 Uhr Veranstaltungsende


Dekret zur Regulierung des Murmeltieres und des Fuchses

Fast täglich werde ich zurzeit gefragt, ob unser Landesrat auch heuer wieder ein Dekret zur Regulierung des Murmeltieres und des Fuchses erlassen wird. Das Amt für Jagd und Fischerei hat mir auf meine Nachfrage mitgeteilt, dass die entsprechenden Dekrete in Vorbereitung sind. Die Sonderermächtigung zur Regulierung des Fuchses soll noch im Hochsommer erlassen werden. Im Amt sind nämlich wieder unzählige Schadensmeldungen eingegangen.

Bekanntlich sind die Sonderermächtigungen zur Regulierung des Fuchses und des Murmeltieres, welche Landesrat Schuler im Vorjahr erlassen hatte, vom Verwaltungsgericht Bozen für rechtmäßig erklärt worden. Wir sind somit zuversichtlich, dass die Sonderermächtigungen in diesem Jahr nicht mehr vorzeitig ausgesetzt werden und dass eine planmäßige Regulierung der Bestände erfolgen kann.

Genauere Details zu den Sonderermächtigungen hat das Landesamt allerdings noch nicht bekannt gegeben. Bei Inkrafttreten des Dekretes werde ich euch umgehend darüber informieren.

Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister



10. NEWSLETTER vom 27. Mai 2016

Verwaltungsgericht: Fuchsregulierung im Jahr 2015 war rechtens

Bekanntlich konnten Land und Jagdverband im April vor dem Verwaltungsgericht einen Erfolg in Sachen Murmeltierregulierung erzielen. Vor wenigen Tagen folgte eine weitere Erfolgsmeldung aus dem Verwaltungsgericht: Das Fuchs-Entnahmedekret des Landesrates Arnold Schuler aus dem Vorjahr hat der Anfechtung durch die LAV (Liga gegen Tierversuche) standgehalten; die LAV wurde zum Kostenersatz verurteilt.

Das Richterkollegium würdigte, dass neben dem Gutachten der Wildbeobachtungsstelle der Autonomen Provinz auch ein Gutachten des ISPRA (Höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom) eingeholt worden war. Nach Ansicht der Richter war das Dekret gut begründet, auch die Schäden seien ausreichend nachgewiesen worden.

In der nächsten Jägerzeitung wird ausführlich über das Urteil sowie über die Auswirkungen auf die heurige Fuchsregulierung berichtet.


EU-Waffenrichtlinie – Debatte um Verschärfung nimmt Fahrt auf

Die EU-Kommission arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einer Revision der EU-Waffenrichtlinie. Nach den Pariser Terroranschlägen geriet die Kommission unter Zugzwang, weshalb der eigentlich für das Frühjahr 2016 geplante Revisionsvorschlag bereits im November 2015 vorgelegt wurde (wir berichteten in der Jägerzeitung Nr. 1/2016).

Der Richtlinienvorschlag der EU-Kommission sieht eine Vielzahl von Einschränkungen vor, die zum Teil Auswirkungen auf die Legalwaffenbesitzer haben würden. Geht es nach den Vorstellungen der EU-Kommission, soll z. B. der Verkauf von Waffen und deren Bestandteilen unter Nutzung der Fernkommunikationstechnik nur mehr für Händler und Makler zulässig sein. Auch sollen z. B. europaweit standardisierte medizinische Untersuchungen für die Ausstellung und Erneuerung von Waffenpässen eingeführt werden. Weiters sind Einschränkungen für bestimmte Waffenkategorien vorgesehen.

Für eine Änderung der Richtlinie mit Augenmaß setzen sich insbesondere die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände (FACE) unter dem Vorsitz von Michl Ebner sowie die Intergruppe Jagd ein, in welcher auch der EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann vertreten ist.


Jagdaufsicht stärken

Vielleicht haben einige von Euch den Filmbericht über Tierschützer gesehen, die in Obstanlagen unseres Landes nach Vogelräubern suchten. Sie hatten keine gefunden, allerdings, so der O-Ton in den Nachrichten, das Auto zweier Jäger, die ein Jungtier „erschossen“ hatten.

Um diese Zeit sind seit Jahren unsere Aufseher unterwegs, die Vogelfängern das Handwerk legen wollen. Das ist vor kurzem wieder einmal gelungen. Die Verbands- und Revierjagdaufseher haben in Zusammenarbeit mit den Carabinieri mehrere Vogeldiebe gestellt und insgesamt mehrere hundert Vögel beschlagnahmt. Spätestens nach diesem Ereignis sollte uns bewusst geworden sein, was wir an unseren Aufsehern haben: Fähige, ausgebildete Leute, die dafür sorgen, dass unser Land nicht zur Spielwiese von Übertretern des Jagdgesetzes oder selbsternannter Umweltpolizisten wird. Neben der Kontrollfunktion kommt unseren Aufsehern auch eine neue Aufgabe mehr und mehr zu: Wildkrankheiten erkennen und melden, Interessierte über Vorgänge innerhalb der Wildtierfauna aufklären, Sicherungsmaßnahmen entlang den Straßen gegen Wildunfälle, Beratung, Datenerfassung zur besseren Begründung von jagdlichen Maßnahmen. Die Jagdaufseher müssen in ihrem Beruf und in ihrer Tätigkeit unterstützt und gefördert werden. Davon bin ich überzeugt.


Steinwildkolonie Sarntaler Alpen

Auch heuer konnten in den Sarntaler Alpen wieder einige Stück Steinwild freigelassen werden. Sie waren zuvor in den Jagdrevieren Graun und Schnals gefangen und von den Jagdaufsehern markiert worden. Es handelt sich um drei junge Böcke sowie zwei Geißen. Beide Geißen waren mit großer Wahrscheinlichkeit trächtig, somit darf auch in diesem Sommer mit einem weiteren Zuwachs der neugegründeten Steinwildkolonie gerechnet werden.

Wenn alle im Vorjahr freigelassenen Tiere samt Nachwuchs noch am Leben sind, setzt sich die Kolonie bereits aus dreizehn Tieren zusammen.

Das auf mehrere Jahre angesetzte Projekt sieht die Freilassung von zumindest 20 Tieren vor.


Neues Formular für Murmeltier-Schadensmeldungen

Das Amt für Jagd und Fischerei teilt mit, dass das Formular für die Murmeltier- Schadensmeldungen überarbeitet worden ist; für Schadensmeldungen sind ab sofort die neuen Formulare zu verwenden.

Die Formulare sowie eine Anleitung zum Ausfüllen des Gesuches können unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.provinz.bz.it/forst/wild-jagd/gesetze-wild-jagd.asp


Gamswildsymposium in Kufstein im Oktober

„Heimatwild Alpengams erhalten“, so lautet der Arbeitstitel einer Großveranstaltung, die am 27. und 28. Oktober in Kufstein stattfinden wird. In der engeren Planungsgruppe arbeiten der Tiroler Jägerverband, der Bayerische Jagdverband und der Südtiroler Jagdverband unter der Schirmherrschaft der FACE zusammen. Es ist vorgesehen, dass an den zwei Tagen Referate von Gamsfachleuten angeboten werden, in denen es um die Bestandsdynamik und die Zählmethoden, um Stressfaktoren, um die Folgen der Klimaerwärmung und um Bejagungskonzepte geht.

Am zweiten Tag finden Workshops statt zu den Themen Forschung, Lebensraum und jagdliche Richtlinien.

Die Veranstaltung richtet sich an Jägerinnen und Jäger, Forscher, Verwalter, Naturschutzvertreter und Touristiker. Die Ausschreibung wird rechtzeitig bekannt gegeben.


Zusammenarbeit mit dem Amt für Jagd und Fischerei

Das Amt für Jagd und Fischerei ist auch unter dem neuen geschäftsführenden Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli entschieden bemüht, den verschiedenen Notwendigkeiten zur Wildbewirtschaftung und ‑entnahme zu entsprechen. Hilfreich dafür sind die Kontakte zum ISPRA, der höheren Anstalt für Umweltschutz und -forschung. Wir haben in den letzten Wochen öfters Gelegenheit gehabt, uns darüber auszutauschen und glauben, dass die Anpassung von Verwaltungsakten an Vorgaben des ISPRA ein guter Weg ist, die Maßnahmen abzusichern.


Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


9. NEWSLETTER vom 20. April 2016

Murmelierentnahme –Gericht t Land und Jagdverband recht

Das Verwaltungsgericht Bozen hat mit Urteil Nr. 128/2016 festgestellt, dass das Dekret des Landesrates für Forstwirtschaft Nr. 12907/2015, mit welchem die Regulierung des Murmeltieres in Südtirol genehmigt wurde, rechtmäßig war. Das Gericht ist den Argumenten der Anwälte der Autonomen Provinz und des Südtiroler Jagdverbandes gefolgt,elche beide darauf verwiesen hatten, dass das Dekret auf der Grundlage von einschlägigen Fachgutachten der Wildbeobachtungsstelle der Autonomen Provinz Bozen und des ISPRA (Höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung) erlassen worden war. Beide Fachanstalten hatten die Murmeltierentnahme in ihren Gutachten befürwortet.

Die wichtigsten Aussagen des Urteils:

· Die Murmeltierentnahme war rechtmäßig, zumal sowohl Wildbeobachtungsstelle als auch ISPRA die Bestandsverträglichkeit und die Notwendigkeit der Entnahme festgestellt hatten.

· Die Anzahl an Murmeltieren, die mit Dekret Nr. 12907/2015 zum Abschuss freigegeben worden war (958), hat keine negativen Auswirkungen auf den Gesamtbestand, zumal die Fachgutachten festgestellt haben, dass eine Entnahme von bis zu 5 % des Gesamtbestandes als verträglich eingestuft werden muss. Zum Abschuss freigegeben wurden allerdings nur 958 Exemplare, was lediglich 3 % der Gesamtpopulation entspricDas Entnahme-Dekret ist auch deswegen rechtmäßig, zumal die aufgetretenen Schäden in detaillierter Art und Weise nachgewiesen worden waren (d.h., insbesondere durch Schadensmeldungen der betroffenen Landwirte).

· Eine wichtige Rolle spielt auch die Tatsache, dass die Murmeltierentnahme lediglich an jenen Stellen erlaubt worden war, in denen erhebliche Schäden nachgewiesen worden waren, sowie in einem Umkreis dieser Gebiete von 100 Metern. Somit wurde die Regulierung insgesamt lediglich auf einer Fläche von 1.280 ha erlaubt, was nur 2,5 % des gesamten Murmeltierhabitats entspricht.

Das Urteil ist rechtskräftig, wenn es innerhalb von 60 Tagen nicht angefochten wird. In der in Kürze erscheinenden Jägerzeitung wird ausführlich über das Urteil sowie über die Auswirkungen dieses Gerichtsentscheides berichtet.

Das Urteil ist unter folgendem Link abrufbar:

https://www.giustizia-amministrativa.it/cdsintra/cdsintra/AmministrazionePortale/DocumentViewer/index.html?ddocname=22FB62KFEIQCGNG4FGYIDIPV2Q&q=


Neuer Amtsdirektor setzt Akzente

Am 4. April 2016 hat Luigi Spagnolli die Stelle des geschäftsführenden Direktors des Amtes für Jagd und Fischerei übernommen. Seine Verwaltungserfahrung kommt ihm in diesem Amt zugute. Bei der gerade stattfindenden Abschussplanung ist der gelernte Forstwirt mit dabei und hat Sachkenntnis und ausgleichendes Wirken gezeigt. Mit Sicherheit wird er einige klare Akzente setzen, wie die Abschussplanung in der Zukunft gestaltet werden kann und muss. Unter anderem wird auch die Jägerschaft gefordert werden, durch geeignetes Datenmaterial die Richtigkeit der Wildbestandsnutzung zu belegen. Die Bestandsschätzungen und Zählungen werden mehr Bedeutung erhalten, auch um den jagdlichen Eingriff im Fall des Falles verteidigen zu können.


Vorträge zum Waffenrecht

In den letzten Tagen haben wir in Ratschings und in Olang Vorträge zum Thema „Waffenrecht – alte und neue gesetzliche Bestimmungen“ angeboten. In Ratschings referierten Direktionsassistent Benedikt Terzer und Geschäftsführer Heinrich Aukenthaler unter anderem zu folgenden Themen: Jagdwaffenpässe, Transport, Aufbewahrung und Meldung von Waffen und Munition, Verkauf und Leihgabe von Waffen etc. Beim Vortrag in Olang referierten außerdem die beiden stellvertretenden Kommissare der Quästur Bozen Robertino Bartocci und Sergio Compagnone zum Thema Waffenpässe. Die stellvertretenden Kommissare beleuchteten die Hintergründe der aktuellen Waffenpass-Angelegenheit ausführlich und betonten, dass die Quästur Bozen, bis zum restriktiven Gutachten des Staatsrates aus dem Jahr 2014, immer für die verfassungsorientierte Auslegung des Art. 43 des Einheitstextes der Gesetze über die öffentliche Sicherheit Nr. 773/1931 eingetreten ist.

Außerdem erklärten die stellvertretenden Kommissare die komplexen Bewertungsverfahren, welche von der Quästur bei jedem einzelnen Ansuchen um Verlängerung/Ausstellung eines Waffenpasses vorgenommen werden. Sie sorgten damit auch zur Beruhigung jener Stimmen, die eine Flut von Waffenpass-Entzügen kommen sehen. In der abschließenden Diskussionsrunde beantworteten die stellvertretenden Kommissare zahlreiche Fragen aus dem Publikum, wodurch Zweifel und Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden konnten.

Die rege Teilnahme an den beiden Veranstaltungen sowie die Vielzahl an vorgebrachten Fragen zeugen vom großen Interesse der Jägerschaft, sich über die geltenden Rechtsnormen zu informieren. Nachdem zahlreiche Interessensbekundungen eingelangt sind, werden ähnliche Vorträge auch in anderen Landesteilen angeboten werden.


Jagdwaffenpass-Angelegenheit

Mit Spannung erwartet wird ein Gutachten des Staatsrates, welches das Innenministerium infolge der intensiven Bemühungen des Südtiroler Kammerabgeordneten Albrecht Plangger und seines Trientner Kollegen Franco Panizza in Auftrag gegeben hat. Fällt dieses Gutachten entsprechend den Erwartungen aus, würden die Quästoren wieder ihren früheren Ermessensspielraum in Waffenpass-Angelegenheiten zurückerhalten. Derzeit schreibt bekanntlich ein Gutachten des Staatsrates von 2014 den Quästoren vor, dass all jenen Jägern, die aufgrund von Straftaten laut Art. 43 Absatz 1 des Einheitstextes der Gesetze über die öffentliche Sicherheit Nr. 773/1931 verurteilt worden sind (u.a.: Gewaltstraftaten gegen Personen, Diebstahl, Raub, Widerstand und Gewalt gegen die Staatsgewalt, unerlaubtes Waffentragen), der Waffenpass nicht verlängert werden darf.

Zuversichtlich stimmen außerdem vier druckfrische Urteile der Verwaltungsgerichte Trient und Toskana, in denen Jäger erfolgreich gegen die Verweigerung der Verlängerung ihres Waffenpasses rekurriert hatten. In allen vier Fällen war der Rekurswerber vor vielen Jahren wegen geringfügigen Übertretungen verurteilt worden, woraufhin die Verlängerung des Waffenpasses – unter Berufung auf das restriktive Gutachten des Staatsrates aus dem Jahr 2014 – verweigert worden war.


Neue Wildarten im Anzug?

In den Nachbarländern Trient und Tirol wird von einer nur teilweise positiv zu sehenden Zuwanderung neuer Wildarten berichtet. Durchaus glücklich ist man in Tirol über die Rückkehr des Bibers, der sich ab 2014 sogar in Innsbruck, in der Nähe des Olympischen Dorfes und in den Innauen in Kranebitten festgesetzt hat.

Weniger glücklich sind unsere Trienter Nachbarn über die Wildkaninchen, die sogar in der Stadt Trient für Aufsehen gesorgt haben. Nachdem sich die Karnickel im Friedhof von Trient rege vermehrt hatten, forderten Bürger ein Eingreifen. Nach gescheiterten Versuchen sind dann doch die Jäger gerufen worden, die das Problem gelöst haben, nicht mit dem Gewehr, sondern unter Einsatz von Frettchen und Fallen. Aber die Wildkaninchen werden weiterwandern, und es könnte vor allem entlang der Flussdämme zu unliebsamen Problemen kommen.


Gamsräude und andere Wildkrankheiten

Univ. Doz. Dr. Armin Deutz hat vor Kurzem in Mühlbach einen gut besuchten Vortrag zu alten und neuen Wildkrankheiten gehalten. Besonders interessant waren seine Ausführungen zur Räude, wobei er nicht immer die gängigen Vorstellungen bestätigte. Ein Ziel seiner Ausführungen war es, den Blick der Jäger für Wildkrankheiten zu schärfen. Sie sind es ja, die oft zuerst Kenntnis davon erhalten. Am Ende des Vortrages wurde angeregt, eine kleine Informationsbroschüre für Jäger in der Art einer Checkliste über Wildkrankheiten herzustellen und den Jägern zur Verfügung zu stellen.

Eine der Erkenntnisse des Wildforschers: Mit der Klimaerwärmung kommen neue Parasiten, und sie werden neue Probleme verursachen. Wichtig auch die Erkenntnis, dass Krankheiten nur dann dramatisch verlaufen, wenn die Verfassung der Tierbestände schlecht ist. Dieser Zusammenhang, der in der Humanmedizin Allgemeingut ist, wird bei der Tierwelt offensichtlich zu wenig beachtet. Vitales Wild = weniger Probleme mit Krankheiten, heißt die Gleichung.


Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


8. NEWSLETTER vom 24. März 2016

Spielhahnzlungen - Neue Datensammlung zur Begründung der Jagd

Seit dem Jahr 2008 muss die Verträglichkeit der Bejagung von Spielhahn, Stein- und Schneehuhn einer Überprüfung unterzogen werden. Dies sieht das EU-Recht für die Jagd auf obige als sensibel eingestufte Wildarten vor. Die dafür nötigen Daten liefern zu einem großen Teil die hauptberuflichen Jagdaufseher, welche von zahlreichen Jägern bei den Spielhahnzählungen unterstützt werden. Durchschnittlich werden jährlich an die 700 Balzplätze aufgesucht und erhoben, das entspricht mehr als 70% der bekannten Plätze im Land. Eine Landtagsanfrage hat im Vorjahr die Art der Wildstandserhebung in Frage gestellt. Die Erhebungen müssten von unabhängiger Stelle, d.h. von Landesbeamten, koordiniert und durchgeführt werden, lautete die Forderung. Aus diesem Grund wird bereits im heurigen Frühjahr mit koordinierten Zählungen des Birkwildes begonnen. Die Vorbereitungen und die Leitung obliegen dabei dem Amt für Jagd und Fischerei. Für die einzelnen Stichprobenflächen ist je ein Koordinator der Forstbehörde ernannt worden. Die Erhebungen erfolgen in Zusammenarbeit mit den hauptberuflichen Jagdaufsehern und weiteren Personen, die von den Verantwortlichen ernannt werden. Landesweit wurden 23 Stichprobenflächen ausgewiesen, sie erstrecken sich auf ca. 20 Prozent aller bekannten Balzplätze des Landes. Es hat bereits erste Arbeitstreffen gegeben, an denen auch die betroffenen Jagdaufseher teilgenommen haben. In jenen Landesteilen und Revieren, in denen keine Stichprobenflächen ausgewiesen worden sind, soll die Erhebung der Balzplätze durch Jagdaufseher und Jäger fortgesetzt werden, auch um zu beweisen, dass die Zählungen bereits in der Vergangenheit zuverlässige Ergebnisse geliefert haben. Die Lage der ausgewiesenen Stichprobenflächen wird in Kürze auf unserer Homepage abrufbar sein. 


Personalrochade: Luigi Spagnolli wird Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei 

Als Heinrich Erhard am 23. April 2014 nach 35 Dienstjahren im Amt für Jagd und Fischerei in den Ruhestand getreten ist, ahnte wohl niemand, wie schwierig sich die Nachbesetzung der Direktorenstelle gestalten würde. Nachdem es nicht gelang, die Stelle intern nachzubesetzen, wurde der Direktorenposten im Jänner 2016 ausgeschrieben. Auch der ausgeschriebene Wettbewerb führte zu keiner Neubesetzung, zumal der Wettbewerbssieger den Führungsauftrag nicht angenommen hat. Anstatt einen neuen Wettbewerb auszuschreiben, hat sich der zuständige Landesrat entschieden, die Amtsführung im direkten Wege einer geeigneten Person anzuvertrauen. Erfreulicherweise wurde man mit Luigi Spagnolli, promovierter Forstwirt und ehemaliger Leiter des Nationalparks Stilfser Joch, fündig. Im Wege der Mobilität im öffentlichen Dienst wird Spagnolli, der derzeit Beamter der Abteilung Urbanistik der Stadt Bozen ist, ans Land überstellt. Der bisherige geschäftsführende Amtsdirektor Andreas Agreiter wird mit dem Dienstantritt Spagnollis, der Anfang April erfolgen wird, wieder in die zweite Reihe wechseln.


Vortrag über Räude und andere Wildkrankheiten

Am 16.04.2016 mit Beginn um 19 Uhr findet in der Turnhalle der Mittelschule von Mühlbach ein Vortrag zum Thema „Räude und andere Wildkrankheiten statt. Als Referent konnte Univ. Dozent Dr. Armin Deutz gewonnen werden. Er hat sich gründlich mit der Räude und den Wildkrankheiten befasst. Bei Bedarf und Interesse wird der Vortrag zu einem späteren Zeitpunkt auch in der westlichen Landeshälfte angeboten.


Neuauflage des Buches Wild-Wissen

Das Standardlernwerk für die Jägerprüfung „Wild-Wissen“ wird in den nächsten Monaten gründlich überarbeitet. Nach sieben Jahren sind inzwischen einige Bereiche überholt, andere werden hingegen neu Eingang ins Buch finden. An der neuen Ausgabe werden neben den bisherigen Autoren Heinrich Aukenthaler, Lothar Gerstgrasser, Alfons Heidegger, Ulrike Raffl und Walter Rienzner auch Andreas Agreiter und Benedikt Terzer mitarbeiten. Das Autorenteam ersucht darum, eventuelle Verbesserungsvorschläge und Anregungen unter info@jagdverband.it mitzuteilen.


Vorträge zum Thema Waffenrecht

Bei den Jagertagen Ratschings wird am Samstag, 09. April um 10 Uhr ein Vortrag zum Thema Waffenrecht angeboten. Es referiert unser Mitarbeiter Benedikt Terzer. Angepeilt ist auch die Teilnahme eines Sachverständigen von der Polizeibehörde. Ein ähnlicher Vortrag wird im Oberpustertal am Dienstag, 12. April mit Beginn um 19.30 Uhr beim Tharerwirt in Olang abgehalten. Dazu lädt der Bezirksjägermeister des Oberpustertals ein.


Waffenrecht – Neuauflage des Standardwerks von Edoardo Mori

Vor Kurzem ist die 11. Auflage der Waffenrechtsenzyklopädie „Codice delle armi e degli esplosivi“ des langjährigen Bozner Richters Edoardo Mori erschienen. Mori, der als einer der größten Experten in diesem Sektor gilt, stellt auf über 1.300 Seiten das Waffenrecht in übersichtlicher Weise dar. Der erste Teil des Buches gibt Auskunft über alle wesentlichen Fragen zum Waffenrecht, während der zweite Teil eine chronologisch geordnete Sammlung aller Rechtsnormen zum Waffenrecht enthält. Mori erklärt komplexe Rechtsfragen verständlich, hinterfragt Regelungen kritisch und garniert seine Ausführungen mit Beispielen aus der Rechtsprechung. Rasches Nachschlagen verschiedenster Fragen ist dank eines alphabetischen Stichwortverzeichnisses möglich. Das Buch ist ab sofort im Fachhandel erhältlich.


Jägerprüfung News

Für die nächste Jägerprüfungssession ist eine Reihe neuer Quizfragen, die Ballistik und Waffenkunde betreffend, in den Fragenkatalog aufgenommen worden. Bereits bei Verabschiedung des neuen Prüfungsmodus ist verfügt und mitgeteilt worden, dass die Quizfragen kontinuierlich aktualisiert werden. Die neuen Fragen werden in Kürze im Internet veröffentlicht. Am 22. März hat am Schießstand von Meran eine zusätzliche Schießprüfung stattgefunden, bei welcher von den 22 angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten 17 das Prüfungsziel erreicht haben. Die Erfolgsquote lag somit bei 77%.


Polemiken um tote Bären und Wölfe

Die Bären und Wölfe beschäftigen nach wie vor die Öffentlichkeit und auch das Parlament in Rom. Erst kürzlich hat der Umweltminister zwei Anfragen betreffend die im August des Jahres 2014 an den Folgen eines Narkoseversuches eingegangene Bärin Daniza beantwortet. Die mehrere Seiten langen Antworten sind unter den folgenden Adressen abrufbar: http://banchedati.camera.it/sindacatoispettivo_17/showXhtml.Asp?idAtto=23875&stile=7&highLight=1&paroleContenute=%274%2D02677%27+%7C+%27INTERROGAZIONE+A+RISPOSTA+SCRITTA%27+%7C+%27SENATO%27

http://banchedati.camera.it/sindacatoispettivo_17/showXhtml.Asp?idAtto=22224&stile=7&highLight=1&paroleContenute=%274%2D02556%27+%7C+%27INTERROGAZIONE+A+RISPOSTA+SCRITTA%27+%7C+%27SENATO%27

Detail am Rande: Vertreter der Bewegung Cinque Stelle haben in ihrer Fragestellung Zweifel angemeldet, ob der von einem Bären verletzte Jogger im Trentino tatsächlich von einem Bären angegriffen worden ist. Auch der erst vor Kurzem im Trentino tot aufgefundene Bär gibt zu Spekulationen Anlass. In diesem Fall sind wohl zunächst einmal die Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Keine Zweifel zur Todesursache gibt es hingegen bei einem am 15. März in Graubünden aufgefundenen Wolfskadaver. Das Tier ist offensichtlich an der Folge von Schrotschüssen zu Tode gekommen und über eine Brücke in ein enges Tal „entsorgt“ worden.


Ich wünsche euch frohe Osterfeiertage. Freuen wir uns auf den Frühling und auf die warme Jahreszeit.

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister 



7. NEWSLETTER vom 23. Februar 2016

Jagd und Autonomie

Unsere Bemühungen um mehr Autonomie in der Jagd gehen weiter. Die in der Zwölferkommission ausgehandelten Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut sind aber noch nicht unter Dach und Fach. Der Text muss noch durch den Ministerrat, um dann vom Staatspräsidenten erlassen werden zu können. Ganz offensichtlich haben sich jagd- und autonomiefeindliche Kräfte formiert, um die endgültige Verabschiedung zu verhindern. Unsere zuständigen Landespolitiker und die Parlamentarier in Rom sind aber zuversichtlich, dass die neuen Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut, die Jagd betreffend, zu einem guten Abschluss kommen.


Neuausrichtung Nationalpark

Wie in der Presse bereits zu lesen war, hat die Landesregierung beschlossen, den Nationalpark Stilfser Joch über ein eigenes Amt zu verwalten. Das Amt soll 23 Mitarbeiter umfassen, der Sitz des Amtes bleibt weiterhin in Glurns.

Was den technischen Teil betrifft, berät eine Arbeitsgruppe zurzeit über die künftige strategische Ausrichtung des Parks. Verschiedenste Modelle wurden bereits beleuchtet. Ich vertrete die Südtiroler Jägerschaft bei dieser Arbeitsgruppe. Bereits bei der ersten Zusammenkunft sind die Besonderheiten des Nationalparks Stilfser Joch hervorgestrichen worden. Eine dieser Besonderheiten ist der Siedlungsraum, welcher innerhalb der Parkgrenzen liegt. Ein Ziel der künftigen Ausrichtung des Parks muss sein, die Zustimmung zum Park bei der ansässigen Bevölkerung zu verbessern. Das kann auch über gesteigerte Wertschöpfungsmöglichkeiten innerhalb der Parkgrenzen erreicht werden. Auch eine Zonierung im Sinne internationaler Richtlinien ist bereits andiskutiert worden. Dies würde die Akzeptanz bei der im Park ansässigen Bevölkerung und vor allem bei den Grundbesitzern sicher steigern.


Natura 2000-Gebiete: Landesregierung schließt Ausweisung ab

Mit der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie der EU vom Mai 1992 wurden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, Natura 2000-Schutzgebiete für den Schutz von Arten und Lebensräumen von gemeinschaftlicher Bedeutung auszuweisen. Laut FFH- Richtlinie mussten die Mitgliedsstaaten, bzw. in unserem Fall das Land Südtirol, zunächst geeignete Flächen als Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) einstufen. Dies ist in Südtirol bereits vor der Jahrtausendwende geschehen. Eigentlich hätten die als Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) ausgewiesenen Flächen innerhalb von sechs Jahren in so genannte Besondere Schutzgebiete (BSG) umgewandelt werden müssen. Weil staatsweit in mehreren Gebieten diese Zeitspanne erheblich überschritten worden ist, hat die EU- Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet. Auch Südtirol war in der Umwandlung säumig, weshalb die Landesregierung vor wenigen Tagen das hierfür vorgesehene Umwandlungsverfahren eingeleitet hat. Das Dekret der Landesregierung Nr. 39/2016 sieht vor, dass 35 Gebiete Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) in Besondere Schutzgebiete (BSG) umgewandelt werden. Das Dekret der Landesregierung sowie die Liste der relevanten Gebiete ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.provinz.bz.it/natur-raum/download/Beschlusse_2016-39_GGB-BSG.pdf


Trophäenschauen

Die Trophäenschauen stehen vor der Tür. Zu Eurer Erinnerung nochmals die Daten.

Hegeschauen: Infos unter https://w4u0e9w00.wimuu.com/de/Veranstaltungen/Jahr-2016/Hegeschauen-2016

In einigen Bezirken werden mit Sicherheit neue Akzente gesetzt. In Sterzing will Bezirksjägermeister Franz Plattner die Bemühungen der Jägerschaft um die Hühnervögel und das Steinwild hervorheben.

In Bruneck wird unser Mitarbeiter Benedikt Terzer über die Jagd und Autonomie reden, im Vinschgau wird ein Film über die Wildtiere im Nationalpark angeboten, und auch in den anderen Bezirken wird es an Bemühungen um eine interessante Veranstaltung nicht fehlen.

Der neue FACE-Präsident Dr. Michl Ebner hat angekündigt, dass er bei der einen oder anderen Hegeschau anwesend sein wird und dabei über aktuelle jagdliche Entwicklungen auf europäischer Ebene berichten wird.


Versicherungsleistungen wichtig

Ein großer Schritt ist dem italienischen Jagdverband FIDC in Zusammenhang mit der Erhöhung der Versicherungsleistungen gelungen. Bei der Goldpolizze sind die maximalen Garantiesummen für die Haftpflicht von € 3.000.000 auf € 5.000.000 angehoben worden, ohne Limitierung pro Person. Es sind in früheren Jahren bereits Fälle bekannt geworden, wo die damals gültigen Garantiesummen nicht genügten. Und in diesem Fall wird dann auf das Eigentum des Unfallverursachers zurückgegriffen. Das muss nach Möglichkeit verhindert werden. Deshalb empfehle ich unseren Jägerinnen und Jägern, sich bei der Wahl der Versicherung nicht nach den niedrigen Prämien zu orientieren, sondern nach der bestmöglichen Absicherung. Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass man über die Versicherung Ariscom Mitglied des italienischen Jagdverbandes wird, welcher die Interessenvertretung der Jägerinnen und Jäger in unserem Sinne garantiert. Es gibt nämlich Kräfte, die Jagd mehr und mehr zu privatisieren, was nie und nimmer Ziel und Absicht unseres sozialen Jagdsystems sein kann.


Übernahme Jagdaufsicht

Mehrere Reviere haben ihren Wunsch bekräftigt, die Jagdaufseher über die Verbandszentrale anstellen und besolden zu lassen. Die Vorbereitungen sind im Gange. Es wird sicherlich also einige Pilotprojekte geben, und wir werden sehen, wie das Ganze funktioniert. Mein Wunsch wäre es, auf diese Weise einerseits für die Reviere mehr Sicherheit und eine Arbeits- und Kostenerleichterung zu erwirken, zum anderen die Jagdaufseher zu motivieren und ihnen die bessere Möglichkeit zur gegenseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit zu bieten.


Rechtsfragen nehmen zu

Dass wir in einer neuen Zeit leben, ist uns allen bewusst. Ich jedenfalls verspüre es ganz deutlich, dass unsere Leute mehr Rechtssicherheit haben wollen und auch vieles, was bislang wie selbstverständlich galt, infrage stellen. Wir sind im Büro täglich mit Anfragen zu Rechtsangelegenheiten befasst. Unser neuer Mitarbeiter, Jurist Dr. Benedikt Terzer, kommt in der Beantwortung der Anliegen kaum nach, und ich sehe, dass seine Einstellung unbedingt notwendig war. Es gilt, Zweifelsfälle zu klären oder Klärungen herbeizuführen. Und das hilft uns dann für die Zukunft in ähnlich gelagerten Fällen.


Sonstige Termine

25. bis 28. Februar 2016 Messe „Die Hohe Jagd und Fischerei“, Messezentrum Salzburg

5. März 2016 6. Internationaler Jägerinnen Alpin-Biathlon, Kitzbühel

1. bis 3. April 2016 Messe „Caccia, Pesca, Ambiente“, Riva del Garda


Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


6. NEWSLETTER vom 27. Jänner 2016

Jäger- und Jagdaufseherversicherung

Heuer bieten wir, auf mehrfachen Wunsch, auch die günstigste Versicherungsvariante an, die sogenannte „Normalversicherung“. Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass sich die Leistungen der einzelnen Versicherungsvarianten z.T. erheblich voneinander unterscheiden. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Haftpflicht-Deckungssummen zu berücksichtigen.Die Leistungen der Jäger- und Jagdaufseherversicherung sind zum Teil gegenüber dem letzten Jahr deutlich verbessert worden, am meisten bei den Haftpflicht-Deckungssummen der Gold-Versicherung.Zu den Prämien: Der gesamtitalienische Jagdverband FIDC sieht für jede ausgestellte Versicherung einen Zuschlag von € 24 vor. Im Unterschied zu den anderen Regionen werden von uns, wie letztes Jahr, lediglich € 10 von den vorgesehenen € 24 eingehoben.Der Zuschlag kann damit erklärt werden, dass mit der Versicherung zusammenhängende Verwaltungsarbeiten zu bewältigen sind, die wir auch weiterhin gewährleisten werden. Erfahrungsgemäß ist es für unsere Mitglieder sehr wichtig, bei Versicherungsangelegenheiten auf eine Ansprechperson im Büro vertrauen zu können, die auch bei Unfallmeldungen und Schadensabwicklungen behilflich ist. Der Zuschlag ist in den nachfolgenden Prämien enthalten.

Die Prämien für die Versicherungspolizzen 2016 lauten wie folgt:

                                                            Tessera NORMAL                                 Tessera SILVER                                     Tessera GOLD

Versicherung ohne Hund                      € 64,00                                        € 76,00 (2015: 74,00)                           € 101,00 (2015: idem)

Versicherung mit Hund                              -----                                          € 91,00 (2015: 88,00)                           € 122,00 (2015: idem)

Versicherung für Jagdaufseher                -----                                          € 84,00 (2015: idem)                           € 120,00 (2015: idem)

Nähere Informationen zu den Versicherungen sind unter www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagdversicherung-2016/44-340.html abrufbar. Für alle Details steht Euch, wie immer, unser Büropersonal zur Verfügung.


Änderungen in der Prüfungsordnung der Jägerprüfung

Am 21. Jänner hat der zuständige Landesrat einige Abänderungen an der Prüfungsordnung der Jägerprüfung vorgenommen. Das Dekret Nr. 307/2016 sieht u.a. vor, dass künftig auch ein Erste-Hilfe-Kurs Voraussetzung für die Erlangung des Jagdbefähigungsnachweises sein wird. Diese zusätzliche Auflage ist in den Nachbarländern sowie im restlichen Staatsgebiet seit geraumer Zeit vorgesehen. Die Anforderung, über grundlegende Kenntnisse im Bereich der Ersten Hilfe zu verfügen, erscheint gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass sich Jäger häufig in entlegenem und gefährlichem Gelände aufhalten. Der Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses darf nicht mehr als fünf Jahre zurückliegen, wobei der Kurs einen Mindestumfang von 4 Stunden aufweisen muss.

Eine weitere Neuerung betrifft das so genannte Revierpraktikum. Während bisher mindestens 50 Stunden absolviert werden mussten, verzichtet man künftig auf das Stunden-SOLL. Stattdessen werden folgende fünf Mindestinhalte für das Praktikum vorgebeben: Wildzählungen/Ansprechübungen; Mitarbeit bei Lebensraumpflege; Maßnahmen zugunsten des Wildes; Errichtung/Instandhaltung von Reviereinrichtungen; Aufbrechen/Wildverwertung. Jedem Teilbereich muss mindestens ein halber Tag gewidmet werden. Alternativ zum Revierpraktikum kann nach wie vor der dreitägige Jungjägerkurs in der Forstschule Latemar absolviert werden. Das Dekret Nr. 307/2016 ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.provinz.bz.it/forst/download/Dekret_307_2016_Bestimmungen_Jaegerpruefung.pdf


Forstschule Latemar: Kursprogramm 2016

Das Kursprogramm der Forstschule Latemar für das Jahr 2016 steht fest. Zum Thema Jagd werden folgende Kurse angeboten: Jungjägerkurs (Revierpraktikum: 17.-19. Mai; 08.-10. August; 24.-26. Oktober; 27.-29. Oktober), Schweißhundeführerkurs (30. Mai - 01. Juni), Lockjagdkurs (06. Juni), Gamspirschführerkurs (04.-08. Juli; 05.-09. September; 10.-14. Oktober), Zerwirken und Präparieren von Trophäen (15.-16. November). Zum Thema Wild in der Küche stehen zwei Kurse auf dem Programm: Wildwürste leicht gemacht (17. November) und Wildbret in der Küche (18. November). Die Termine der einzelnen Kurse sowie nähere Informationen sind unter http://www.jagdverband.it/de/j%C3%A4gerwissen/j%C3%A4gerschule/kursprogramm/28-0.html abrufbar. Anmeldungen sind ab sofort über die Geschäftsstelle des Südtiroler Jagdverbandes (Frau Alessandra) möglich. Tel.: 0471 061703.


Nationalpark Stilfser Joch: Staatspräsident erlässt neue Durchführungsbestimmung

Nachdem der Ministerrat im Dezember eine Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut verabschiedet hatte, die es Südtirol künftig ermöglichen wird, seinen Flächenanteil am Nationalpark Stilfser Joch eigenständig zu verwalten, folgte nun der nächste formelle Schritt. Vor wenigen Tagen hat Staatspräsident Mattarella die Durchführungsbestimmung als gesetzesvertretendes Dekret erlassen. Die neue Durchführungsbestimmung wird nach der Kundmachung im Amtsblatt der Republik in Kraft treten.


FACE-Manifest für die Biodiversität: Beitrag für 2015 liegt vor

Die Dachorganisation aller europäischen Jagdverbände (FACE) hat vor Kurzem den Jahresbericht zum FACE-Manifest für Biodiversität vorgestellt. Der Bericht ist ein Zeugnis des gemeinsamen Engagements der Jägerschaft und anderen Akteuren des ländlichen Raumes für die Erhaltung unserer Natur. Im Bericht wurden einige der im vergangenen Jahr von der Jägerschaft geleisteten Beiträge zur Biodiversitätsstrategie der EU wiedergegeben. Stellvertretend wurden einige Projekte bezüglich folgender Themen vorgestellt: Schutz der Habitate („Anlage von Feuchtgebieten in der Emilia- Romagna“), Artenschutz („slowenisch-kroatische grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Erhaltung des Luchses“), Schutzgebiete („Boleybrack Mountain-Projekt zur Erhaltung des Moorschneehuhns“), nachhaltige Nutzung („ungarische Jäger sichern die nachhaltige Nutzung der Waldschnepfe“), grüne Infrastruktur („Autobahn-Hecken des Haselmaus-Projekts im Südwesten von Cheshire“), Ökosystemdienstleistungen („Das Markvildt-Projekt in Dänemark“) sowie Investition in die Natur („Die Geier des Gorges du Tarn“).

Näheres zum FACE- Manifest für die Biodiversität und zu den einzelnen Projekten ist unter http://www.face.eu/sites/default/files/documents/german/bdm_report_pdf_de_-_web_version_0.pdf abrufbar.


Termine

Hegeschauen: Infos unter https://w4u0e9w00.wimuu.com/de/Veranstaltungen/Jahr-2016/Hegeschauen-2016

30. Jänner 2016 17. Jägerbiathlon in Ridnaun, (www.jaegerbiathlon.it)

6. Februar 2016 33. Jägerrodeln in Jaufental (www.jagd-jaufental.org)

25. bis 28. Februar 2016 Messe „Die Hohe Jagd und Fischerei“, Messezentrum Salzburg

5. März 2016 6. Internationaler Jägerinnen Alpin-Biathlon, Kitzbühel

1. bis 3. April 2016 Messe „Caccia, Pesca, Ambiente“;Riva del Garda


Mit Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


5. Newsletter vom 11.12.2015


Nationalpark Stilfser Joch: Verwaltung geht an Land über

Am vergangenen 3. Dezember hat der Ministerrat in Rom eine Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut verabschiedet, die es Südtirol künftig ermöglicht, seinen Flächenanteil am Nationalpark Stilfser Joch eigenständig zu verwalten. Der seit Langem angestrebten autonomen Verwaltung des eigenen Flächenanteils waren jahrelange zähe Verhandlungen vorausgegangen.

Bisher hatte sich das Land lediglich an den Führungskosten des Nationalparks beteiligt, ohne aber selbst über dessen Geschicke entscheiden zu können. Mit dem Übergang der Verwaltung an die Länder Südtirol und Trentino sowie an die Region Lombardei soll sich dies nun ändern. Grünes Licht kommt indes auch aus der Lombardei: Am 10. Dezember hat die Region Lombardei das Regionalgesetz zur Übernahme der Verwaltung des eigenen Flächenanteils angenommen.

Damit die neue Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut in Kraft treten kann, muss sie noch vom Staatspräsidenten in Form eines gesetzesvertretenden Dekrets erlassen und im Amtsblatt der Republik kundgemacht werden.


Südtiroler Jagdverband und FACE: NEIN zu Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie

Die Europäische Kommission peilt als Antwort auf die Terroranschläge vom vergangenen 13. November in Paris eine Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie an. Der Vorschlag der EU-Kommission vom 18. November 2015 sieht eine Reihe von Einschränkungen und Verboten vor, die sich allesamt auf die Legalwaffenbesitzer auswirken; unter anderem sollen bestimmte Waffen verboten und die private Veräußerung legal erworbener Feuerwaffen unter Einsatz von Fernkommunikationsmitteln untersagt werden.

Der Südtiroler Jagdverband und die europäische Dachorganisation aller Jagdverbände (FACE) haben in Schreiben an die EU-Kommission und an EU-Parlamentarier darauf hingewiesen, dass die Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie keineswegs dem Terrorismus sowie dem illegalen Handel mit Waffen Einhalt gebietet. Im Gegenteil, die geplanten Verschärfungen bestrafen in erster Linie unbescholtene Bürger, zumal Terroristen ohnehin keine Möglichkeit haben, rechtmäßig Feuerwaffen zu erwerben. Die Erfahrung zeigt, dass Terroristen ausschließlich Waffen verwenden, die sie auf den Schwarzmärkten in- und außerhalb der EU erwerben. Strengere Auflagen für unbescholtene Waffenbesitzer gehen somit eindeutig in die falsche Richtung.


Jungjäger – Über die Jagd nachdenken

Ein neuer Weg wurde bei der schlichten Feier für Jungjäger am 9. Dezember eingeschlagen. Die Jagdbehörde bot den Absolventinnen und Absolventen der Jägerprüfung einen Vortrag an, den der Wildbiologe und Jagdkenner Paolo Molinari in der Forstschule Latemar hielt.

Molinari forderte in seinem einstündigen Referat von der Jägerschaft ein Überdenken herkömmlicher Einstellungen und von den Jungjägern eine klare Haltung: „Im Mittelpunkt der Jagd sollen Ziele wie Erhaltung der Lebensräume und der Wildbestände stehen. Die Jagd ohne Ehrfurcht vor dem Lebewesen, ohne ethisch korrekte Einstellung, ist nicht zukunftsfähig“, meinte der Wildbiologe. Seine Aussagen verdienen es, verbreitet zu werden. Das werden wir über die Jägerzeitung tun.

Auch Landesrat Arnold Schuler ergriff das Wort: „Die Jagdausübung ist Verantwortung und Auftrag, Jäger sind Naturexperten und Naturschützer und Partner der Land- und Forstwirtschaft. Dies gilt es nach außen zu vermitteln, um eine positive Stimmung der Jagd gegenüber zu erzeugen.“


Amtsdirektorenposten ausgeschrieben

Der Wettbewerb für die Besetzung des Direktorenpostens im Amt für Jagd und Fischerei ist im Oktober ausgeschrieben worden. Bis Ende der Ausschreibungsfrist am 25. November sind ein gutes Dutzend Bewerbungen bei der Landesverwaltung eingegangen.


Buch über jagdliche Autonomie

Demnächst erscheint ein Buch über die Südtiroler Autonomie im Bereich der Jagd. Das Buch stellt ein Novum dar, wird doch erstmals die Gesetzgebungskompetenz Südtirols im Jagdsektor in juridischer Hinsicht aufgearbeitet.

Der Jurist Benedikt Terzer stellt auf über 180 Seiten alle wesentlichen Inhalte der Südtiroler Jagdautonomie dar. Auf die verfassungsrechtlichen und unionsrechtlichen Grundlagen aufbauend, werden zentrale Aspekte der Jagdautonomie, wie etwa die Festlegung der jagdbaren Arten und der Jagdzeiten sowie die Regulierung der Wildtierfauna behandelt.

Der Autor erklärt unter anderem, weshalb das Land Südtirol zum Beispiel die seltene Feldlerche für jagdbar erklären dürfte, während Arten, die zahlreich vorkommen, wie Murmeltier oder Steinmarder, nicht bejagt werden dürfen. Ein rechtsvergleichender Teil sowie Ausblicke in die Zukunft runden die Neuerscheinung ab.

Das Buch erscheint im Athesia- Verlag und richtet sich in erster Linie an interessierte Bürger, Jäger, Studierende und Rechtsanwender. Eine offizielle Vorstellung wird im Jänner erfolgen.


Wintersporttag

Den Landeswintersporttag 2016 veranstaltet das Revier Welschnofen. Der Bewerb findet am 23. Jänner 2016 auf dem Karerpass statt. Die Details werden noch bekannt gegeben und sind im Laufe der nächsten Woche unter wintersport.jagdverband.it abrufbar.


Jägerbiathlon

Der Jägerbiathlon in Ridnaun findet am 30. Januar 2016 statt. Näheres unter www.jaegerbiathlon.it


Weihnachtsgrüße

Liebe Revierleiter, Leserinnen und Leser, die Weihnachtszeit ist nicht mehr weit. Ich wünsche Euch schöne und friedliche Feiertage, danke Euch für alles, was Ihr für Wild, Jagd und für unsere Gemeinschaft jahrein, jahraus leistet und

grüße Euch herzlich mit Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister


4. Newsletter vom 05.11.2015


Natura-2000-Gebiete und Jagd

Ende Oktober fand am Ritten eine gut besuchte internationale Tagung zum Thema Natura-2000-Gebiete und Jagd statt. Eines der Hauptreferate bei der Tagung hielt der Generalsekretär des Zusammenschlusses der europäischen Jagdverbände (FACE) Filippo Segato. Er unterstrich, dass nicht die EU die einschränkenden Bestimmungen erlässt, sondern dass die Einzelstaaten die europäischen Richtlinien recht unterschiedlich und manchmal einschränkend umsetzen. Ein Extrembeispiel ist Holland, wo in den Natura-2000-Gebieten nicht gejagt werden darf.

Die Jagd ist jedenfalls in den Natura-2000-Gebieten von der EU her nicht verboten. Allerdings müssen für besonders gefährdete Arten auch besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Das Treffen am Ritten wurde von den Delegationen der Jagdverbände des Alpenraums auch dazu genutzt, den neuen Präsidenten der FACE Michl Ebner in seinem Amt zu beglückwünschen.


Waffenpass-Angelegenheit: Achtung auf Fristen

In den letzten Wochen haben sich vermehrt Jäger bei uns gemeldet, die von der Quästur die Mitteilung erhalten haben, dass ihr Waffenpass voraussichtlich nicht verlängert wird. Wer eine derartige Mitteilung erhält, sollte unbedingt von seinem Recht, einen Schriftsatz zu hinterlegen, Gebrauch machen. Betroffene Jäger erhalten in der Geschäftsstelle des Südtiroler Jagdverbandes (Sachbearbeiter ist Benedikt Terzer) eine Hilfestellung beim Verfassen des Schriftsatzes.

Achtung: Die Frist für das Einreichen des Schriftsatzes beträgt lediglich 10 Tage ab Erhalt der Mitteilung der Quästur.


Sonderdekrete Murmeltiere – Einlassung

Bekanntlich wurde auch in diesem Jahr der behördlich angeordnete Abschuss von Murmeltieren von der Liga gegen Tierversuche (LAV) vor dem Verwaltungsgericht angefochten. Heuer war neben dem Gutachten der Wildbeobachtungsstelle auch das Gutachten des höchsten staatlichen Forschungsinstituts in Jagd- und Umweltfragen (ISPRA) eingeholt worden. Obwohl auch das ISPRA in seinem Gutachten die Bestandsverträglichkeit der Murmeltierentnahmen bescheinigt und der geplanten Entnahme zugestimmt hatte, gab das Verwaltungsgericht Bozen dem Antrag des LAV auf Aussetzung des Dekrets statt. Deshalb blieb das Dekret des Landesrates für Forstwirtschaft zur Entnahme von Murmeltieren nur gut eine Woche in Kraft.

Als Südtiroler Jagdverband haben wir uns in das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Bozen eingelassen, um das Gericht von der Rechtmäßigkeit des Dekretes zur Entnahme der Murmeltiere zu überzeugen. Unser Ziel lautet, mehr Rechtssicherheit in unserem Umgang mit den Wildtieren zu erreichen und die Maßnahmen des zuständigen Landesrates Arnold Schuler im Interesse der Landwirtschaft und Jagd zu unterstützen. Der Termin der Gerichtsverhandlung wird demnächst bekanntgegeben.


Digitale Datenbank aktiv

Die von der Geschäftsstelle eingerichtete digitale Datenbank für die Abschuss- und Fallwildlisten ist seit einiger Zeit aktiv. Ziel ist es, die rund 15.000 Schalenwildabschüsse und die rund 700 Hühnervogelabschüsse digital festzuhalten, damit sie auch schnell ausgewertet werden können. Bis Ende Oktober 2015 waren mehr als 5000 Datensätze aus dem heurigen Jagdjahr eingetragen und abrufbar, darunter auch 550 Stück Fallwild oder Fälle von Straßenunfällen.


Wildunfälle besorgniserregend

Von Jänner 2012 bis Ende Dezember 2014 wurden in Südtirol fast 2400 Wildunfälle auf Straßen registriert. Für 2014 lauten die Zahlen wie folgt:


Bezirk                   Rehwild       Rotwild       Summe

Bozen                         187               5                 192

Brixen                         145               11                156

Bruneck                     100                7                107

Meran                          67               19                 86

Oberpustertal            60                11                 71

Sterzing                      51                 12                 63

Unterland                  37                   2                 39

Vinschgau                 39                 23                 62

Gesamt                    686                  90                776

 

Zusammen mit einigen Gemeinden sind wir bemüht, bessere Vorbeugemaßnahmen gegen Wildunfälle umzusetzen. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden.


Analyse Hirschbestand

Ein Ziel der Abschussplanung und -umsetzung ist es, möglich naturnah zusammengesetzte Bestände zu erreichen. Das fordern die Wildbiologen, das ist auch den Jägerinnen und Jägern recht. Dass mit einem hohen Jagddruck der Altersdurchschnitt sinkt, liegt auf der Hand. Besonders beim Rotwild sollte laut Meinung von Fachleuten erreicht werden, dass genügend alte Hirsche im Bestand sind. Einer Auswertung der Abschussergebnisse der vergangenen zehn Jahre zufolge finden sich die meisten älteren Hirsche im Mittelvinschgau zwischen den Jagdrevieren Laas und Schnals. Hier sind auch die Rotwilddichten am höchsten. Im Mittelvinschgau sind vier von zehn erlegten Trophäenhirschen älter als sieben Jahre und jeder zehnte ist älter als zehn Jahre.

Im Landesdurchschnitt gibt es bei den Hirschen folgende Altersklassenverteilung:


Anteil - Altersklasse

 34 % Jährlingshirsche

12 % Zweijährige Hirsche

24 % Drei-bis vierjährige Hirsche

16 % Fünf-bis sechsjährige Hirsche

11 % Sieben- bis neunjährige Hirsche

3 % Zehn- und mehrjährige Hirsche

Insgesamt wurden 2014 1062 Hirsche erlegt.


Personal: Umstrukturierung

Mit Jahresende geht ein weiterer Verbandsjagdaufseher in Pension, dessen Stelle nicht nachbesetzt werden wird. Bereits bei der letzten Pensionierung eines Verbandsjagdaufsehers im Juni 2013 ist dies so gehandhabt worden. Das Zuständigkeitsgebiet wurde von anderen Verbandsjagdaufsehern übernommen.

Im Gegenzug und um den allgemeinen Erfordernissen entsprechen zu können, haben wir, wie bereits angekündigt, den Juristen Benedikt Terzer als Direktionsassistenten angestellt. Er kümmert sich vor allem um rechtliche Angelegenheiten. Terzer ist vom Studium her Experte für Autonomiebestimmungen und juridische Verwaltungsfragen.


Rekurse um Rekurse

Derzeit kann von einer regelrechten Rekursflut gesprochen werden. Neben Rekursen von außerhalb nehmen auch die Rekurse aus den eigenen Reihen zu. Unsere Geschäftsstelle wird sich für die Wahrung der Interessen der Reviere sowie der eigenen Mitglieder einsetzen.


Ergebnisse Jägerprüfung

Den theoretischen Teil der Jägerprüfung bestanden bei der Herbstsession 69 von 102 angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten. Damit lag die Erfolgsquote bei 67 %. Im Frühjahr 2015 hatten 72 % den Prüfungsteil Theorie geschafft. Verglichen mit den letzten Jahren scheint die Jägerprüfung etwas schwieriger geworden zu sein, zumindest was den theoretischen Teil betrifft. Im Jahr 2010 und 2011 kamen bei der Theorie jeweils 80 % durch, im Jahr 2012 84 %, und im Jahr 2013 86 %.

Die neue Kommission ist seit dem Frühjahr 2014 eingesetzt.

Die nächsten Schießprüfungen finden ab 24. November statt.


Ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch

mit einem herzlichen Weidmannsheil

Berthold Marx

Landesjägermeister


3. Newsletter vom 07.10.2015


Fortschritt für Autonomie

Ein großer Schritt in Richtung jagdliche Autonomie wurde vor kurzem getan. Die Zwölferkommission hat ein positives Gutachten zum Entwurf für eine neue Durchführungsbestimmung zur Jagd in den Naturparken abgegeben. Ziel dieser Durchführungsbestimmung ist die Absicherung der Jagd in den Naturparken in den autonomen Provinzen Trient und Bozen. Grünes Licht für die neue Durchführungsbestimmung hat auch das Umweltministerium gegeben. Somit ist davon auszugehen, dass die neue Durchführungsbestimmung in Kürze vom Ministerrat verabschiedet und anschließend vom Präsidenten der Republik erlassen wird.

Ein weiterer wesentlicher Fortschritt könnte mit der im Gang befindlichen Reform der italienischen Verfassung erzielt werden. Gelingt es, die Umweltschutzkompetenz auf die Regionen bzw. autonomen Provinzen Trient und Bozen zu übertragen, dürfte das einen weitreichenden Durchbruch auf dem Gebiet der Jagdgesetzgebung bedeuten. Darüber hinaus könnten die lokalen Verwaltungen in umweltrelevanten Angelegenheiten wesentlich besser und effizienter reagieren. Nicht zuletzt würde die Übertragung der Umweltschutzkompetenz auf die Regionen und autonomen Provinzen zu mehr Rechtssicherheit führen. Letzthin wurden immer wieder Regional- und Landesgesetze angefochten, weil sie angeblich gegen die ausschließliche Kompetenz des Staates im Umweltschutz verstoßen.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass sich das Land bemühen wird, durch das regionale Verwaltungsgericht Bozen verfügte Aussetzungen von Sonderermächtigungen im Jagdbereich vor dem Staatsrat anzufechten. Unser Land hat zum Beispiel bezüglich Fuchsdekret alles getan, was die Landes- und Staatsgesetze vorsehen, insbesondere ein Gutachten des höheren Instituts für den Schutz und die Erforschung der Umwelt („ISPRA“) eingeholt. Sowohl für das Fuchsdekret als auch für das Murmeltierdekret waren die Gutachten des staatlichen Instituts positiv.

Die zuständigen Juristen zeigen sich zuversichtlich, in der Sache Recht zu bekommen.


Neue Hoffnungen für vom Waffenpassentzug bedrohte oder betroffene Personen

Die zwingenden Waffenpassentzüge, auch bei lange zurückliegenden Straftaten, die verjährt sind bzw. für welche die volle Rehabilitierung erlangt wurde, sind in die Medien geraten. Das Medieninteresse scheint auch davon genährt zu sein, dass die Maßnahme nun einmal die Jägerschaft betrifft.

Zunächst eine kurze Erklärung: Ein Gutachten des Staatsrates vom 16. Juli 2014 legt fest, dass bei verschiedenen Straftaten, welche mit einer Verurteilung und Haftstrafe geahndet wurden, ein Waffenpassentzug verfügt werden muss. Zu den genannten Straftaten gehören: Gewaltanwendung gegen Personen, Diebstahl, Raub, unerlaubtes Waffentragen. Das Innenministerium hat mit Rundschreiben vom 28. November 2014 den Quästoren mitgeteilt, dass sie diesem Gutachten Rechnung tragen müssen. In der Folge wurden von den zuständigen Quästoren zahlreiche Waffenpässe nicht mehr verlängert.

Hoffnung für die Betroffenen erweckt das Urteil des Staatsrates Nr. 1072/ 2015. Der oberste Gerichtshof in Verwaltungsfragen hat darin befunden, dass der Waffenpass bei erfolgter Rehabilitierung nicht automatisch entzogen bzw. verweigert werden darf, sondern dass der Entzug bzw. die Verweigerung im Ermessen des Quästors liegen, welcher unter anderem die Schwere der Straftat berücksichtigen muss.

In diesem Lichte gibt es zum Beispiel für jene, die wegen eines vor Jahrzehnten begangenen Diebstahls (zum Beispiel eines Baumes) nun keinen Waffenpass mehr erhalten, neue Hoffnung. Die Betroffenen müssen allerdings den Rechtsweg beschreiten.

Positive Nachrichten in der Angelegenheit kommen indes auch vom Kammerabgeordneten Dr. Albrecht Plangger, der sich in Rom für die betroffenen Jäger einsetzt. Dr. Plangger wird sich in den nächsten Tagen mit dem stellvertretenden Innenminister treffen, es soll gute Neuigkeiten geben.


Natura-2000-Gebiete und Jagd

In den Natura-2000-Gebieten der europäischen Union müssen bestimmte Maßnahmen wirksam sein, welche dem Schutz und der Erhaltung der Arten und der Gebiete dienen. Südtirol hat sich 2007 mit Landesgesetz dafür entschieden, dass in den Natura-2000-Gebieten unter anderem keine Zugvogeljagd ausgeübt werden darf, obwohl damals schon bekannt war, dass der Staat unter anderem ein Verbot der Schneehühnerjagd für alle Natura-2000-Gebiete, auch für jene der autonomen Provinzen, fordert. Nun war heuer ein Rekurs gegen die Schneehühnerjagd in den Natura-2000-Gebieten angekündigt worden. Allein aus diesem Grund sind heuer innerhalb der Natura-2000-Gebiete keine Schneehühnerabschüsse freigegeben worden. Zu den Natura-2000-Gebieten gehören in Südtirol, mit geringfügigen Ausnahmen, die Naturparke und einige geschützte Biotope.

Es gibt zwei Arten von Natura-2000-Gebieten: „Vogelschutzgebiete“ und „Besondere Schutzgebiete“ im Sinne der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.


Sensible Arten

Im Landtag gibt es immer wieder Anfragen, welche die Jagd auf sensible Arten betreffen. Unter anderem wurde auch ein Beschlussantrag eingebracht, mit welchem die Jagd auf folgende Arten für drei Jahre ganz ausgesetzt werden sollte: Wachtel, Steinhuhn, Fasan, Birkhahn, Schneehuhn, Knäkente, Krickente, Blässhuhn, Waldschnepfe und Schneehase. Es ist zu hoffen, dass solche Beschlussanträge in unserem Landes-Parlament keine Mehrheit finden. Wir kämpfen jedenfalls gegen Einschränkungen unserer Jagd an, indem wir den Entscheidungsträgern geeignete Gegenargumente liefern.


Dr. Michl Ebner ist neuer FACE-Präsident

Im vergangenen 16. September wurden die Führungspositionen der europäischen Dachorganisation aller Jagdverbände (FACE), welche über 7 Millionen Jäger vereinigt, neu besetzt. An die Spitze der FACE gewählt wurde Dr. Michl Ebner. Michl Ebner war 1979 bis 1994 Abgeordneter im Parlament in Rom, wo er sich unter anderem 1992 in der Verabschiedung des Jagd- Rahmengesetzes eingebracht hat und für die autonomen Provinzen wichtige Sicherheiten und Ausnahmeregelungen erzielt hat. In der Folge war Dr. Ebner für drei Legislaturen, von 1994 bis 2009, Mitglied des Europäischen Parlaments und dort in der Intergruppe Nachhaltige Jagd, Biodiversität und ländliche Aktivitäten tätig. Seit 2004 war er Präsident und Koordinator dieser Intergruppe. Außerdem war Michl Ebner auch Mitglied im ständigen Ausschuss für Landwirtschaft im Europäischen Parlament.

Auf diesem Wege möchte ich Dr. Michl Ebner zu seiner wichtigen Rolle innerhalb der europäischen Jagd beglückwünschen. Sein Vorsitz wird sich auf die europäische Jagd mit Sicherheit positiv auswirken.

Als Vertreter Italiens in der FACE wurde FIDC- Präsident Gianluca Dall’Olio gewählt.


Neuer Mitarbeiter

Für die ausgeschriebene Stelle als Direktionsassistent in unserem Büro sind mehrere Bewerbungen eingegangen. Wir haben uns für den Juristen Benedikt Terzer aus Kurtatsch entschieden, der sich bereits in seiner Diplomarbeit mit der jagdlichen Autonomie in Südtirol befasst hat. Mit Benedikt Terzer wollen wir unter anderem unsere Kompetenz in Rechtsangelegenheiten stärken und ausbauen.

Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

Weidmannsheil

Berthold Marx

Landesjägermeister

2. Newsletter vom 3. September 2015


Polemik um Sonderdekrete

Ihr wisst es aus Erfahrung und auch aus der Tagespresse: Die Sonderdekrete des für die Jagd zuständigen Landesrates betreffend Abschüsse außerhalb der gesetzlichen Jagdzeit oder auf nicht jagdbare Arten stehen unter Beschuss. Tierrechtsverbände fechten die Dekrete an, in der Regel kommt es ohne Verhandlung zu einer vorläufigen Aussetzung. Bei der eigentlichen Verhandlung sind dann die Dekrete oft genug schon überholt. So liegt zum Beispiel vom Murmeltierdekret 2013 ein Urteil vor, welches die ordnungsgemäße Vorgangsweise des Amtes für Jagd und Fischerei bestätigt. Der Rekurs von 2014 ist noch gar nicht behandelt. Für heuer ist laut Auskunft des Amtes für Jagd und Fischerei zurzeit kein Dekret möglich, weil ein positives Gutachten des staatlichen Institutes für die Erforschung und den Schutz der Umwelt (ISPRA) noch nicht vorliegt. Ohne ein positives Gutachten ist es laut den bisher ergangenen Urteilen völlig aussichtslos, dass das Dekret einer Anfechtung standhält. Das Amt für Jagd und Fischerei hat das Dekret bereits vorbereitet, und es wird ein positives Gutachten des ISPRA erwartet. Das Dekret wird unterzeichnet, sobald dieses Gutachten einlangt.


Schadensforderung

Wie folgenschwer die Anfechtungen sein können, zeigen uns die Nachrichten über Schadenersatzforderungen an die zuständigen Politiker und Beamten. Das alles zeigt einmal mehr auf, wie wichtig es ist, eine rechtliche Konsolidierung für Jagd und Wildschutz in unserem Land zu erreichen. Wir können nur das Beste hoffen. Jedenfalls haben wir alles Mögliche in diese Richtung getan. Allfällige Polemiken nützen recht wenig. Ich glaube, Ihr gebt mir recht, dass es mehr denn je an der Zeit ist, zusammenzustehen und unser System, das so viele gute Früchte gebracht hat, zu verteidigen.


Fuchsjagd

Auf besonders wenig Verständnis stößt nicht nur in unseren Reihen die Schwierigkeit, den Fuchs angemessen bejagen zu können. Es bleibt zu hoffen, dass uns die Bemühungen um eine bessere autonome Absicherung unseres Jagdwesens in Zukunft mehr Möglichkeiten einräumen. Es muss angepeilt werden, dass wir wie früher die Fuchsjagd bereits ab Juli ausüben können. Das liegt sicher auch im Interesse der Landwirtschaft.

Begründen könnten wir unsere Forderungen auch mit besseren Erhebungen über die Krankheitsbelastung der Füchse. Es ist nicht auszuschließen, dass der Fuchsbandwurm, der in unserem Land bereits festgestellt wurde, stärker als bisher angenommen verbreitet ist. Ich habe bereits Kontakt mit den einzelnen Ämtern aufgenommen, um entsprechende Untersuchungen zu intensivieren. Jäger und vor allem Jagdaufseher sind besonders ausge-setzte Personengruppen. Für die Jagdaufseher denken wir an eine immunologische Untersuchung, welche ergründen soll, ob die Personen mit dem Fuchsbandwurm in Kontakt gekommen sind. Eine Studie aus Nordtirol in dieser Hinsicht hat mich aufhorchen lassen. Dort hat man bei Jägern Bandwurmbefall festgestellt.


Landtagsanfragen

Im allgemeinen jagdkritischen Klima, welches nicht nur bei uns, sondern weit darüber hinaus herrscht, nehmen auch grundsätzliche Infragestellungen zu. Eine jüngste Landtagsanfrage fordert zum Beispiel die Aussetzung der Jagd auf bestimmte Arten wie Spielhahn, Schneehuhn, Schnepfe und Schneehase, ein grundsätzliches Verbot der Jagd an Dienstagen und Freitagen, ein Verbot der Jagd auf Fuchs und Schalenwild in größeren, geschützten Biotopen und die Einrichtung von Schutzzonen mit Jagdverbot innerhalb der Naturparks. Wir arbeiten mit Landesverwaltung und Politik zusammen, um solchen Anfragen argumentativ begegnen zu können. Darüber hinaus gibt es aber auch Anfragen, die von jägerischer Seite genährt werden. Diese sind für uns besonders schmerzlich, da wir erkennen müssen, dass wir uns in den eigenen Reihen Schwierigkeiten bereiten.


Natura-2000-Gebiete und Jagd

Ende Oktober werden wir eine AGJSO-Tagung abhalten zum Thema: „Natura-2000-Gebiete und Jagd“. Als Haupt-referenten haben wir den Geschäftsführer der Vereinigung der europäischen Jagdverbände FACE Dr. Filippo Segato aus Brüssel gewinnen können. Mit dieser Tagung hoffen wir, auf die europaweiten Gepflogenheiten ver-weisen zu können, was unserer Argumentation sicher zuträglich ist.


Situation der Gamsräude

Wir haben uns an den Professor für Veterinärmedizin und Jagdfachmann Armin Deutz aus der Steiermark gewandt. Er verfügt über großes veterinärmedizinisches Wissen und jagdliche Erfahrungen und wird uns beratend zur Seite stehen. Vor allem hoffen wir zu erfahren, inwieweit die positiven Lungenproben tatsächlich auf einen bevorstehenden Ausbruch der Gamsräude hinweisen. Das ist alles andere als sicher. Jedenfalls werden wir Informationsveranstaltungen zur Angelegenheit, vor allem im betroffenen Gebiet, abhalten.

Mit Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister

1. Newsletter vom 13. Juli 2015


Autonomie und Jagd

Wir können erst wieder normal an der Jagdverwaltung arbeiten, wenn auch die rechtlichen Voraussetzungen stimmen. Die Erfahrung in Trient hat uns gezeigt, dass es äußerst bedenklich ist, zurzeit jagdliche Bestimmungen zu überarbeiten, weil wir damit rechnen müssen, dass sie nach der Veröffentlichung angefochten werden, mit unabsehbaren Folgen, wie das ausgehen kann. Deshalb haben wir auch versucht, ständig mit Politik und Verwaltung an möglichen Lösungen zu arbeiten. Die Informationsveranstaltungen für jene Reviere, die Anteile an Naturparken haben, waren insgesamt recht positiv, weil unsere Leute gesehen haben, wo es fehlt und wie gearbeitet werden kann. Ein Dank dazu gebührt vor allem dem zuständigen Landesrat Arnold Schuler, dem Landesrat für Raumordnung, Natur- und Landschaftsschutz Richard Theiner, aber auch dem Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher, der in Percha anwesend war, sowie den anwesenden Referenten (Dr. Albrecht Plangger, Dr. Michl Ebner, Dr. Andreas Agreiter, Dr. Anton Egger). Vor wenigen Tagen hat Landesrat Schuler einen weiteren runden Tisch zusammengerufen, wobei über den Stand der Bemühungen um eine bessere Absicherung der Jagd referiert wurde. Mit dabei waren unter anderem Senator Dr. Karl Zeller und Kammerabgeordneter Dr. Albrecht Plangger.


Kommunikation

Ein ganz großes Bedürfnis ist mir der bessere Informationsfluss. Einige unserer Vorstandsmitglieder waren bei einer Tagung in Tirol, bei welcher es um das Thema der Kommunikation ging. Offensichtlich läuft auch bei vielen anderen Jagdverbänden nicht alles optimal. Allerdings: sie haben durchwegs eine oder mehrere professionell tätige Personen, die sich nur mit der Kommunikation abgeben. Bei uns hängt vieles an einer einzigen Person. Ist diese mit dringenden Sachen beschäftigt, bleibt die notwendige Information, zum Beispiel die Jägerzeitung, liegen.

Ich nenne Euch einige Thesen, die es zu umzusetzen gilt und stütze mich dabei auf ein Arbeitspapier des deutschen Jagdverbandes.

- Information der Mitglieder in deutlich kürzerer Zeit

- Durchlässigkeit der Informationen innerhalb der Verbandsstruktur verbessern

- Regelmäßig bediente Verteiler, E-Mail und soziale Medien

- Weniger Strukturdiskussion und mehr Transparenz durch moderne Kommunikation

Wir müssen auch schauen, dass junge Jägerinnen und Jäger eingebunden werden und mitarbeiten, sodass wir uns auch in den Medien positiv einbringen können. In der Zentrale braucht es jedenfalls professionelle Unterstützung durch eine Person, die haupt- oder nebenamtlich für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Was die externe Kommunikation anbelangt, brauchen wir gemeinsame Ziele, damit wir mit einer Stimme nach außen sprechen. Wir brauchen Positionen zu wichtigen Themen, wir wollen auch unser Selbstverständnis stärken, weil die Jagd niemandem schadet, sondern der Allgemeinheit nutzt.


Rechtliche Konsolidierung

Die Rechtssicherheit ist für uns alle absolut wichtig. Leider nimmt aber gerade diese Rechtssicherheit ab. Zudem verfügen wir Jäger oft nicht über eine konstruktive Streitkultur. Ich merke das an den vielen Einwänden, die von den einzelnen Revieren bei uns landen und notgedrungen bearbeitet werden müssen. Meine Vorstellung wäre, dass die Reviere viel mehr selbst regeln sollten. Denn es kann nicht sein, dass wir unsere wichtige Zeit mit Streitigkeiten in den eigenen Reihen aufbrauchen. Allerdings glaube ich auch, dass für eine zukünftige, solide Verbandspolitik eine rechtskompetente Person im Büro unerlässlich sein wird. Hierzu denken wir an eine baldige Ausschreibung, auch in Vorbereitung einer Ablösung in unserem Büro.


Interne Reformen

Vielleicht hat der eine oder andere schon gehört, dass mehrere Revierleiter Reformen gefordert haben, auch um die Strukturen, Abläufe und Entscheidungsmechanismen zeitgemäßer zu gestalten. Eine Überarbeitung unserer Satzung samt Wahlmodus gehört dazu. Ich begrüße jede Mitsprache, die von unseren Revieren kommt, weil ich glaube, dass man nur mit der konstruktiven Kritik weiterkommt. Jedenfalls werden wir diesbezüglich demnächst einige Arbeitsgruppen aufstellen.


Noch einige jagdliche Themen:

Gamsräude in Ausbreitung

Leider sind wir eben in Kenntnis gesetzt worden, dass verschiedene Lungenproben aus bisher gesunden Gamsbeständen Antikörper gegen die Räudemilben zeigten, d.h. dass die dort erlegten Gamsen mit der Milbe in Berührung gekommen sind. Diese positiven Proben stammen von der rechten Talseite des Eisacks (Sarntaler Alpen) von Jenesien bis Mittewald.

Aber auch im Unterland, Truden und Aldein, sind positive Proben ermittelt worden. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten und wollen das Beste hoffen.


Biometrische Daten

Die Revierleiter haben bei unserer letzten Generalversammlung gehört, dass wir unbedingt biometrische Daten über die erlegten Wildtiere sammeln müssen. Wir können damit die jagdliche Entnahme viel besser steuern und begründen, weil wir mehr über das Wild wissen. Die Zukunft der Jagd hängt von der Menge und der Qualität der vorhandenen Daten ab. Bereits heuer sollen Jagdaufseher darin ausgebildet werden, biometrische Daten abzunehmen. Günstig wäre es, wenn solche Jagdaufseher zur Ausbildung angemeldet würden, welche viele Abschüsse in den reviereigenen Kühlzellen besichtigen und vermessen können. Vom 25. bis zum 28. August sollen zwei Kurse in Latemar stattfinden, die jeweils zwei Tage dauern, wobei pro Kurs maximal fünfzehn Teilnehmer eingeschrieben werden können.

Ich bitte die Revierleiter, ihre Jagdaufseher zum Kurs anzumelden, vor allem, wenn diese Jagdaufseher aus wildreichen Revieren stammen, in denen relativ viele Abschüsse an einer Sammelstelle abgegeben werden.


Befragung zur Vogelschutz- und FFH-Richtlinie

Derzeit findet eine öffentliche EU-Umfrage zu den wichtigsten EU-Naturschutzrichtlinien statt. Der Online-Fragebogen kann im Internet unter https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/EUNatureDirectives ausgefüllt werden. Die Aktion ist bis 25. Juli 2015 offen. Jeder, der den Fragebogen ausfüllt, macht der Jagdpolitik auf EU-Ebene einen großen Dienst. Ich möchte Euch dringend ersuchen, den Fragebogen auszufüllen und zu verschicken. Unten finden Sie unsere Empfehlungen für die wichtigsten Fragen.

Mit Weidmannsheil

Berthold Marx – Landesjägermeister